Reisetagebuch

17.09. – 19.09.2005: Tansania, von Iringa bis Karatu

Von Iringa nehmen wir Kurs auf ein weiteres Highlight unser Tour: den Ngorongoro Krater. Doch die knapp 700 Kilometer quer durch Tansania sind auf einer Piste zurückzulegen, obwohl wir die Hauptstadt Dodoma durchqueren. Es holpert mitunter heftigst, so dass zum ersten Mal auf der Tour der Kühlschrank seinen Deckel verliert. Aber landschaftlich werden wir belohnt. Es ist wieder klischeehaft afrikanisch. Akazien in der Savanne, Lehmhüttendörfer, einige Berge mit großen Felsblöcken, einige kleine Felder und Gärten, Ziegen, Schaf und Rinder an und auf der Straße, Esel als Transportmittel, der übliche Müll überall verteilt und viele schrottige Autos. Nach neun Monaten on Tour finden wir das immer noch schön. Wir verbringen zwei ungestörte Nächte im Busch, die wir wie die Murmeltiere schlafen. GeU fordern uns mal wieder heraus.

Die abgefallene Druckluftleitung für die Handbremse bekommt Arthur schnell wieder festgeschraubt. Was uns deutlich länger beschäftigt, sind die nächsten zwei (!!!) Platten. Diesmal hat es vorne links getroffen. Die Mittagsrast muss ausgedehnt werden und wir wuseln unter der Mittagssonne rund um unser Ungetüm herum. Schnell ist der kaputte Reifen herunter und das Ersatzrad aufgezogen. Nur schleift das Ventil beim Drehen, da der Reifen als Hinterrad montiert ist. Schon nach kurzer Zeit würde uns der Reifen um die Ohren fliegen. Also müssen wir an Ort und Stelle flicken. Das Loch im Schlauch ist nicht riesig, aber leider direkt an einer Falte, da die Schläuche etwas zu groß für unsere Reifen sind und sich so in Falten legen. Wir verteilen zum Abdichten der Falte viel Vulkanisierflüssigkeit und hoffen das Beste. Am nächsten Morgen holt uns die Realität ein. Der Reifen verliert Luft, aber Arthur hat gerade keine Lust auf´s Flicken. Er pumpt den Reifen auf, schaut immer wieder aus dem Fenster und wir schaffen es bis zum späten Nachmittag. Dann ist der Reifen allerdings komplett platt. Also links ab in den Busch. Wir wissen, was zu tun ist. Da uns beim Herausnehmen des Schlauchs der Flicken vom Vortag entgegen fällt, flicken wir nun mit drei aneinandergereihten Flicken und fügen alles wieder zusammen. Auf die Idee, dass es noch ein weitere Loch gibt, kommen wir erst, als der Reifen nach dem Aufpumpen immer noch zischt. Auch dieses Loch liegt an einer Falte, die nächsten drei Flicken sind fällig. Spätestens in Arusha brauchen wir neue Flicken, mehr Vulkanisierflüssigkeit und zur Sicherheit einen neuen Ersatzschlauch.
Aber den Rest der Strecke legen wir ohne weitere Platten zurück, kommen durch Dodoma und wundern uns über diese Hauptstadt. Es ist ein verschlafenes Nest, in dem man auf vielen Straßen bei Regen Allradantrieb braucht. Hier hat nur das Parlament seinen Sitz. Alles andere findet in Dar Es Salaam statt.
Wie in der Michelin-Karte eingezeichnet, fängt am Eingang von Tarangire Nationalpark die Teerstraße an. Die Straße Richtung Karatu, Ngorongoro Krater und Serengeti ist dann dank japanischer Unterstützung neugemacht. So kommen wir am frühen Nachmittag in Karatu an und können uns um eine Tour in den Krater kümmern. Die Eintrittspreise für den Krater sind die gleichen wie für alle Nationalparks. So bleibt GeU mal wieder „draußen“.

19.09.2005

Karatu
Tansania

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