Reisetagebuch

12.09. – 14.09.2005: Tansania, von Kasumulu bis Iringa

Mit Tansania haben wir Ostafrika erreicht, bekannt für die weltberühmten und tierreichen Nationalparks. Die wollen wir uns nicht entgehen lassen und fangen direkt im ersten größeren Ort Mbeya mit den ersten Erkundigungen an, was wir vor allem für GeU an Eintrittsgebühren zahlen müssen. Den Gerüchten nach sind für Fahrzeuge über sieben Tonnen 200 US-Dollar pro Tag fällig plus die Eintrittsgebühren für uns. Das wollen wir sicher wissen, bevor wir an dem etwas abgelegenen Eingang von Ruaha Nationalpark stehen und am Ende wegen dieser heftigen Preise den Rückzug antreten.

Doch zuvor für die anderen Afrikafahrer einige Infos zur Einreise, die uns etliche US-Dollar kostet. Das Visum ist für 50 US-Dollar pro Person direkt an der Grenze erhältlich und drei Monate gültig. Das Carnet ist schnell gestempelt, aber der Zoll treibt auch die Roadtax ein. Wir sollen 92 US-Dollar zahlen. Da es keinerlei offizielle Tabellen und Dokumente gibt, diskutieren wir eine Weile und lassen uns Name und Adresse der Vorgesetzten in Mbeya geben. Aber zahlen müssen wir natürlich hier. Später bei der Ausreise fragt man nach der Quittung, notiert die Quittungsnummer auf dem Carnetabschnitt und bestätigt die Summe als korrekt. Außerdem brauchen wir eine Versicherung, deren Preisgestaltung arg zufällig wirkt. Das erste Gebot lautet 160 US-Dollar. Arthur rechnet anhand der offiziellen Tabelle nach und kommt auf 135 US-Dollar, was nach einer telefonischen Rücksprache auch akzeptiert wird. Aber dafür haben wir jetzt endlich die Comesa Yellow Card, die in vielen Ländern Ost- wie Südafrikas gilt. Der genannte Preis ist für eine dreimonatige Versicherungszeit, kürzer geht nicht.
Endlich können wir weiterrollen. Links und rechts der Straße ist es sehr grün. Hier wächst vor allem Tee. Überall am Straßenrand wird Obst und Gemüse verkauft. Vor allem Orangen sind sehr günstig. Dank Andreas kommen wir in den nächsten Tagen immer wieder in den Genuss von frisch gepressten Orangensaft.
In Mbeya erfahren wir trotz umfangreicher Bemühungen per Internet, Telefon und Touranbieter nichts zu den Nationalparkspreisen und fahren weiter nach Iringa. Die Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll. Wir pendeln zwischen 1.100 Meter auf dem Boden des Grabens und knapp 2.000 Meter an den Rändern. Im Graben ist es typisch afrikanisch mit Akazien, Bananen, Mangos, Papayas, Mais und Kohl. An den Rändern wirkt es eher südeuropäisch mit Eukalyptus und Kiefern.
Von Iringa sind wir schnell angetan. Es ist eine nette Stadt mit einem super sortierten und sehr preisgünstigen Markt. Hier gibt es sogar Weintrauben und Spargel. Jedenfalls ich sehe den Spargel und berichte davon. So freuen sich Arthur und Andreas zwei Tage auf Spargel mit Sauce Hollandaise. Nur finde ich den Spargel nicht wieder. Aber ich bin mir absolut sicher, das man mir welchen angeboten hat, was die beiden Männer natürlich nicht geringsten glauben wollen. Manche Ecken des Ortes wirken fast schon wie deutsche Kleinstädte. Unser Eindruck ist richtig: Deutsche haben den Ort zu Kolonialzeiten gegründet.
Wir finden nach etwas Fragerei endlich eine Preisliste für den Ruaha Nationalpark und verabschieden uns schnell von der Idee, dort mit GeU hinzufahren. Die 200 US-Dollar pro Tag stimmen. Da wir einen der empfohlenen Touranbieter nicht finden, haben wir mit dem Nationalpark fast schon gänzlich abgeschlossen. Doch da fragen bekanntlich nichts kostet, schauen wir noch im Booking Office der Ruaha Hill Top Lodge vorbei. Ein wahrer Glücksgriff! Zusammen mit Andreas bekommen wir ein akzeptables Angebot für den Transport inklusive der Gamedrives und zwei Übernachtungen auf der Lodge, stellen GeU beim Baptist Conference Center ab und freuen uns auf zwei Tage Tierbeobachtungen.

14.09.2005

Iringa
Tansania

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