Reisetagebuch

05.09. – 06.09.2005: Malawi, von Marka bis Blantyre

Obwohl wir bei der Grenzpassierung das volle Programm zu absolvieren haben (Immigration, Zoll, Versicherung und Impf-Check), haben wir alles schnell und freundlich erledigt. Malawi begrüßt uns mit viel Wärme. Ab September ist es in Malawi „hot“, so der Lonely Planet. Das spüren wir deutlich.

Zur Mittagsrast haben wir in GeU 38 Grad. Doch zum Abend kommt wie schon in den letzten Tagen in Mosambik Wind auf und vertreibt recht zügig drinnen wie draußen die Wärme. Der erste Eindruck von Malawi: klassisch afrikanisch. Strohhütten, winkende und kreischende Kinder am Wegesrand und umgekippte LKW mitten auf der Straße.
Kurz vor Blantyre suchen wir einen Übernachtungsplatz. In diesem extrem dichtbesiedelten Land ist das nicht ganz einfach. Überall sind Menschen. So wagen wir es mal wieder und stellen uns mitten in ein Dorf. Die Verwunderung ist entsprechend groß, aber wir dürfen bleiben. So geht „Big brother life aus Malawi“ auf Sendung. Wir sitzen in GeU und arbeiten gemeinsam am Laptop. Am nächsten Tag wollen wir unsere Homepage aktualisieren. Eigentlich dürfte das nicht weiter spannend sein. Die Malawis sehen das anders. Alle kommen sie zum Gucken und Kichern. Gerne wüssten wir, was sie über uns sprechen und denken. Angst haben sie jedenfalls nicht vor uns, dafür kommen sie zu dicht an die Leiter heran und sind zu fröhlich. Um aber jegliche Zweifel über den Grund unseres Aufenthalts im Dorf zu beseitigen, dient sich ein Mann an, der für einen Briten arbeitet. Wir unterhalten uns in GeU, dann stellt er sich in die hintere Tür und spricht zur Dorfbevölkerung. Die lauscht andächtig und erstaunt. Dass wir wirklich Touris sind und ganz regulär ins Land gekommen sind, bezeugen wir mit meinem Pass. In GeU´s Tür stehend zeigt er meinen Pass und den Einreisestempel. Leider verfolgen wir das Ganze aus GeU heraus und können von diesem Ereignis keine Fotos machen. Als es dunkel wird, verziehen sich die Menschen. Doch leider kommen später zwei übermütige Jugendliche wieder, klettern auf den Zusatztank, geben sich als Polizei aus und wollen Food und noch irgendetwas. Nach den Erlebnissen in Kongo (Kinshasa) zögern wir nicht lange und fahren gegen 21.00 Uhr weiter. Vielleicht haben wir diesmal etwas voreilig gehandelt. Sicher werden am nächsten Morgen viele im Dorf enttäuscht sein, dass der gelbe Truck weg ist. Der Nachmittag mit viel Lachen und Winken aus dem Auto und ins Auto war für uns wie für die Malawis ein Erlebnis, das wir trotz des abrupten Endes in guter Erinnerung behalten werden.

06.09.2005

Blantyre
Malawi

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