Reisetagebuch

24.08. – 31.08.2005: Mosambik, Tofo

Erzählt man, dass man durch Mosambik fährt, braucht es nicht lange, bis die Empfehlung kommt: Tofo. Das kleine Dorf ist bekannt für einen weiten Strand mit weichem und weißem Sand und hat gute Tauchgebiete vor der Küste. So quartieren wir uns auf der Campsite von „Fatima´s Nest“ ein und machen mal wieder „Urlaub vom Urlaub“. Allerdings jeder auf unterschiedliche Art.

Als wir im Tauchcenter zur Erkundung von Touren und Preisen stehen, überkommt mich wieder das typische Panikgefühl. So entscheide ich mich, erst einmal nicht mehr tauchen zu gehen. Als ich später Arthurs Erzählungen höre, bin ich froh über meine Entscheidung. Es sind nicht die einfachsten Bedingungen hier. Der Indische Ozean zeigt sich ziemlich kabbelig. Direkt vom Strand geht es mit starkmotorisierten Booten heraus, die das klassische Nussschalen-Syndrom zeigen, wenn der Speed weggenommen wird. Aber mein ehemaliger Buddy kommt gut damit klar. Tag für Tag taucht er für einige Stunden ab und sieht viele bunte Fische und Korallen. Ich lese derweil viel und verbringe die Zeit mit Mark und Blanca: am Strand, im Wasser und an der Bar mit Gin Tonic.
Auch Tofo hat wieder kulinarische Genüsse der besonderen Art zu bieten. Auf dem kleinen Markt kann man günstig Shrimps und Muscheln kaufen. Wir bereiten uns mal wieder ein sehr delikates Abendessen zu. Als Vorspeise gibt es gedünstete Muscheln, gefolgt von in Olivenöl mit viel Knoblauch gebratenen Riesengarnelen. Schnell werden wir zu Wiederholungstätern, auch wenn das Ausnehmen der Krabben eine mühsame Arbeit ist.
Letzter Programmpunkt in Tofo sollte dann Arthurs Tauchgang zum Manta-Riff sein. Um diesen mitmachen zu dürfen, muss er einen theoretischen Test für das tiefere Tauchen absolvieren. Dann machen sich die Taucher fertig. Doch als alles im Boot verstaut ist, muss der Tauchgang abgeblasen werden. Es windet zu sehr. Über dem Tauchgebiet brechen sich die Wellen. Ein nächster Versuch erfolgt am nächsten Tag. Das Wetter ist besser, der Tauchgang verläuft super, nur zeigen sich keine Mantas. Und nach der ersten Enttäuschung folgt zugleich die zweite für Arthur. Gemeinsam machen wir einen Schnorcheltrip, um Walhaie zu sehen. Aber auch die sind an diesem Tag nicht „on duty“. So beschließt Arthur, so lange in Tofo zu tauchen, bis er Mantas und Walhaie gesehen hat.
Während ich diesen Text schreibe, hat Arthurs Super-Manta-Walhai-Tag bereits begonnen. Obwohl nicht am Manta-Riff getaucht wird, sieht er zwei Meter von sich entfernt Mantas, die mehr als die doppelte Spannweite seiner Arme haben. Begeistert kommt er wieder. Superb geht es weiter. Wir brettern wieder mit Vollspeed zur zweiten Ozean-Safari auf See. Wie am Vortag sehen wir direkt am Boot zahlreiche Delphine. Dann heißt es: Get ready for jumping in the water. Direkt unter uns sehen wir den ersten Walhai – mit seinen fünf Meter ein kleines Tier, aber trotzdem wirkt er gigantisch. Diese Pflanzenfresser werden bis zu 18 Meter lang. Wir klettern beglückt ins Boot und schon kommt das nächste Highlight: Mantas! Arthur ist schneller mit Maske und Schnorchel draußen und schwimmt einige Minuten mit den Mantas. Sein Gesicht anschließend? Breitestes Strahlen. Ich dagegen hatte Pech im Wasser und sah nur vom Boot den Schatten dieser Fische. Auch nicht schlecht. So war die zweite Ozean-Safari ein voller Erfolg, zumal die Mantas sehr selten von Schnorchlern gesichtet werden. Trotzdem hält die Bootsbesatzung weiter Ausschau nach Walhaien und wird fündig. Wir erwischen einen deutlich größeren Walhai, der gute 30 Minuten teilweise nur 1,5 Meter unter uns Schorchlern herumschwimmt. Ganz langsam bewegt sich dieser ca. neun bis zehn Meter lange Koloss! Ein schon herausragendes Erlebnis auf unserer Afrikatour! Doch damit nicht genug. Zur Krönung dieser gelungenen Ozean-Safari sehen wir einen Humpback-Wal mit Kind. Auch wenn wir immer nur Teile dieses riesigen Wesens sehen, ist es superb, 25 Meter vom Boot entfernt einen Wal zu sichten, der zum Abschied mit der Heckflosse grüßt.
Mit Vollspeed donnern wir an den Strand zurück. Wenn der Strand immer näher kommt und die Geschwindigkeit nicht nachlässt, überkommt einem das Gefühl, gleich gegen eine Wand zu fahren. Mit einer großen Welle reiten wir auf den Sand! So können wir unsere Sachen zusammenpacken und werden nach einem weiteren Abendessen mit „Shrimps satt“ Tofo verlassen.

31.08.2005

Tofo
Mosambik

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