Reisetagebuch

22.08. – 24.08.2005: Mosambik, von Namaacha bis Tofo

Die Einreise nach Mosambik ist gut organisiert. Zoll, Immigration (12 Rand pro Person Passgebühr, ca. 1,50 Euro) und der Abschluss einer Versicherung für GeU (200 Rand, ca. 25 Euro) sind schnell erledigt. Doch dann diskutieren wir sehr lange, ob wir 100 US-Dollar Roadtax zahlen müssen. Die mit dem Eintreiben des Geldes beschäftigte junge Frau nimmt an der Diskussion kaum teil. Für sie spricht der Versicherungsmann. Blanca übersetzt das Portugiesisches für uns in Englische. Unsere Haltung ist klar: wir fallen nicht unter die Regel, da sie für schwere Fahrzeuge mit Passagieren und Fracht gilt. Unser Konterpart sieht das leider anders, will uns ohne Bezahlen nicht gehen lassen und der Chef ist frühestens am nächsten Vormittag wieder erreichbar. Nach über einer Stunde beißen wir in den sauren Apfel und zahlen. Ob uns je einer nach dieser Quittung fragen wird?

Auf den ersten Metern im Land interessiert das keinen. Bei Maputo müssen wir eine Mautgebühr zahlen, die in Rand zahlbar und nicht weiter die Rede wert ist. Die Straßen sind erstaunlich gut. So fahren wir ab Maputo weiter die Nationalstraße Richtung Norden und verabschieden uns für die nächsten Tage von Mark und Blanca, die nach Maputo fahren. Als wir schließlich einen Übernachtungsplatz suchen, ist es stockfinster. Wir sehen keine Lichter und sind am nächsten Morgen über die vielen Häuser und Menschen überrascht. Aber man nimmt von uns kaum Notiz und bietet uns, als wir aussteigen, Tee an. Aber das ist nicht das einzige, was einen guten Eindruck vom Land hinterlässt.
Mosambik zeigt sich tropisch und ist sehr grün: Palmen, Bananenstauden, Papayasträuche, Cashew-Nuss-Bäume. Nach dem trockenen Südafrika ist das eine Wohltat fürs Auge. Das Land wirkt wieder „echt“ afrikanisch! Kleine Häuser, viele Marktstände, Sammeltaxis und winkende Menschen. Cola-Cola hat sich hier kräftig breit gemacht. Die am besten gestrichenen Häuser sind immer mit riesiger Werbung für die amerikanische Limonade versehen.
Eigentlich sollte es ein ganz normaler Fahrtag ohne besondere Ereignisse werden. Aber ... Nach etwas über 10.000 Kilometern ist es leider Zeit für den dritten Platten auf unserer Tour. Meine Theorie hat sich wieder einmal bewahrheitet. Ob wir wirklich nur noch einen Platten bis Berlin haben? Außerdem treffen wir auf die mosambikanische Polizei, von Mark später nur noch „comedy police“ genannt. Am Ortseingang steht eine Radarfalle. Arthur hatte aber exakt am Schild 60 Stundenkilometer auf dem Tacho. Der Polizist behauptet, es waren 75 und will Geld. Aber Arthur ist die Ruhe selbst und zieht eine beeindruckende „GPS-Show“ ab. Die Daten werden in den Computer geladen. Der Polizist zum Schauen in die Kabine eingeladen. Alle Angaben sind für das betreffende Gebiet unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Der Polizist gibt sich sofort geschlagen und lässt uns weiterfahren. Ein für ihn gescheiterter Versuch der Geldabzocke. Am nächsten Tag versucht er es mit Mark und Blanca – auch erfolglos, wollte er ihnen doch klarmachen, dass sie mit 100 Stundenkilometer schneller gewesen seien, als Grommet überhaupt fahren kann!
So erreichen wir erst nach einer weiteren, ruhigen Nacht am Straßenrand Tofo und seinen Traumstrand.

24.08.2005

Tofo
Mosambik

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