Reisetagebuch

19.08. – 21.08.2005: Südafrika, von Pretoria bis Waverley

Die letzten 300 Kilometer in Südafrika liegen vor uns, die wir wieder im Konvoi mit Grommet zurücklegen werden. Wir treffen Mark und Blanca auf dem Campingplatz, verbringen dort eine letzte Nacht vor den Toren Pretorias (ca. 15 Kilometer außerhalb an der M 6 gelegen, Lynnwood Road immer geradeaus), verabschieden uns von Ralf und Judith und hoffen, ohne größere Probleme Südafrika verlassen zu können. Schließlich haben wir ein überzogenes „Temporary Residence Permit“.

Um die Maut auf der N 4 zu sparen, geht es über die Dörfer. Links und rechts der Straße befindet sich großflächige Landwirtschaft. Kurz vor der Grenze sichten wir riesige Flächen mit schnellwachsenden Bäumen (Kiefer und Eukalyptus) und vielen Feuerwachtürmen. Anstatt Höhe zu verlieren, kommen wir noch höher – bis auf 1.800 Meter. Die letzten beiden Nächte in Südafrika sind entsprechend frisch in GeU, die Heizung läuft.
Irritierend finden wir die mehrfach gesichteten Schilder "Hijacking Hot Spot" und "Crime Alert! Do not stop". Was soll man tun, wenn man diese Schilder sieht? Wir finden keine Antwort und auch ein Grenzpolizist kann es uns nicht erklären. Ein weiterer Beweis, dass die Südafrikaner bezogen auf die Kriminalität paranoid sind. Wachleute sind wirklich überall zu finden, viele Wohnstraßen sind mit Sicherheitstoren und Elektrozäunen versehen und die Befürchtungen der Menschen sind zum Teil irrsinnig. Wir haben uns in Südafrika weder unsicher noch bedroht gefühlt, auch nicht in jener Nacht, die wir mitten in Pretoria campen mussten.
Als wir die Grenzstation schließlich erreichen, ist der Grenzposten schon geschlossen. Wir können auf dem Grenzgelände campen und werden von Adolph, einem der Grenzpolizisten, zum Grillen eingeladen. Er lebt mit Hund und Katze alleine und ist dankbar für die unverhoffte Gesellschaft. Hätte er am nächsten Morgen Dienst, hätten wir vermutlich keine Probleme mit unserem überzogenen Permit gehabt. Aber er hat frei und sein Kollege nimmt es genauer, auch wenn er nach unseren ausführlichen Erzählungen noch einmal Rücksprache nimmt. Wir bekommen eine Geldstrafe von 1.000 Rand (ca. 120 Euro) pro Person auferlegt. Die kann zum Glück nicht direkt an dieser Grenze gezahlt werden. Wir sollen in den nächsten Tagen zur südafrikanischen Botschaft in Mbabane gehen. Der Pass wird entsprechend gestempelt. Sollten wir der Zahlung nicht nachkommen, werden wir nicht mehr ins Land gelassen. Wir entscheiden uns dennoch dazu, nicht zu zahlen. Aufs nächste sind keine Reisen nach Südafrika geplant, wir haben vorläufige Pässe und hoffen, dass wir, wann immer der Fall eintreten wird, eine Story erfinden können (natürlich waren wir damals in der Botschaft, haben gezahlt und vermutlich auch eine Quittung bekommen, aber warum sollten wir die Jahre danach noch dabei haben ...).
So verlassen wir nach 42 Tagen Südafrika und die Zivilisation! Es geht zurück in ursprünglichere Länder. Wir haben in Südafrika hervorragend „gelebt“. Bei den Einkäufen in den riesigen Supermärkten mit so vielen Goodies konnten wir oft nicht widerstehen, haben Unmengen von Fleisch und Käse gegessen und hatten immer mal wieder Fast Food. Nicht zu vergessen der südafrikanische Wein: hervorragend im Geschmack und praktisch verpackt im fünf Liter Karton. Unsere bevorzugte Marke: Tassenberg-Rotwein! So haben wir alle etwas zugelegt. Ob sich das in den wärmeren Ländern mit viel Obst, Gemüse und Fisch regulieren wird? Hoffen wir das Beste.

21.08.2005

Waverley
Südafrika

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