Reisetagebuch

30.07. – 31.07.2005: Südafrika, von Sani Pass bis Pretoria

Wir sind wieder in Südafrika. Aber bis wir den dritten Einreisestempel bekommen, müssen wir noch sechs Kilometer zurücklegen und verlieren auf dieser kurzen Strecke 900 Höhenmeter. Sprich die Straße vom Sani-Pass (2.874 Meter) herunter ist sehr steil und sehr felsig mit Geröll auf dem Weg. Aber sie ist grandios.

Wir blicken in ein enges Tal im schönsten Nachmittagslicht und beim Anblick der engen Serpentinen stockt einem der Atem. Für GeU und seinen Fahrer ist das mal wieder eine richtige Herausforderung. Zum Teil wird der Kriechgang benötigt, denn Platz zum Ausrollen gibt es definitiv nicht. Ganz langsam verlieren wir Höhe, rollen vorsichtig über Eis in den Kurven und sind begeistert. Für Arthur ist es eine der spektakulärsten Straßen, die er jemals selbst gefahren ist. Für uns beide ist es eins der Highlights der Tour.
Auch nach dem südafrikanischen Grenzposten wird die Straße nur unwesentlich besser, ist aber nicht mehr so steil. Wir werden gut durchgeschüttelt und fragen uns, wie wir das über etliche hundert Kilometer in den Kongos und Angola überlebt haben. Später geht es entlang der Drakensberge Richtung Nordosten zur N3. Auch hier ist es landschaftlich mit Wiesen, Wäldern, Flüssen und Seen ausgesprochen reizvoll.
Aber es bleibt leider nicht so. Die N3 ist eher langweilig. Wir brettern zunächst mit 90 Stundenkilometern Richtung Pretoria. Nach einer Radarkontrolle, zum Glück ohne Konsequenzen, reduzieren wir die Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometern. Als wir die Skyline Johannesburgs sichten, wird die Straße mindestens dreispurig pro Fahrtrichtung. Es gibt jede Menge Abfahrten, Flyovers und Kreuze. Aber wir finden unseren Weg nach Pretoria. Rechts und links der Autobahn ist eine beeindruckende Ansammlung internationaler Firmen zu finden. Die Region Gauteng um Pretoria und Johannesburg erwirtschaftet fast 40 Prozent des südafrikanischen Bruttosozialproduktes. So weit so gut. Das entspricht aber gleichzeitig ca. 20 Prozent des Bruttosozialproduktes des gesamten afrikanischen Kontinents.
In Pretoria setzt Arthur zunächst auf die Erinnerungs-Navigation, aber seit seinem Besuch vor 17 Jahren hat sich zu viel verändert. Ein neuer Stadtplan bringt uns schließlich zu Arthurs Großcousin Jens. Obwohl Jens seit 43 Jahren in Südafrika lebt, werden wir mit Hamburger Dialekt begrüßt.

31.07.2005

Pretoria
Südafrika

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