Reisetagebuch

07.07. – 11.07.2005: Namibia, von Rietfontein bis Noordoewer

Wir haben keinerlei Probleme mit der Einreise. Der Grenzer stempelt einfach über einen schon ausgeblichenen Stempel. Wir werden noch nach Bier und Wein befragt und schon heißt es: „Enjoy your stay in Namibia“. Das werden wir wohl tun, schließlich ist der zweitgrößte Canyon der Welt, der Fish River Canyon, unser Ziel. Bei unserem Urlaub vor fünf Jahren hatten wir es leider nicht in den Süden Namibias geschafft.

Auf super Pisten düst GeU mit starkem Rückenwind Richtung Keetmanshoop. Spontan legen wir eine Aktivpause ein und laufen auf einen Vulkankegel hoch. Der gut einstündige Ausflug gibt uns einen tollen Überblick über die Weite und Leere der namibischen Landschaft. Bis auf eine Vulkankette ist hier nichts. Es ist sehr trocken, alle Flüsse sind komplett ausgetrocknet. Nur ganz selten finden sich Sträucher und die für Namibia typischen Köcherbäume. Was uns vor fünf Jahren gut gefallen hat, gefällt uns auch jetzt wieder.
In Keetmanshoop erfolgt der übliche Versorgungsstopp. Diesmal wird allerdings auch an GeU gedacht. Arthur kauft kiloweise Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben in allen möglichen Größen. Die Gelegenheit ist günstig. Nun müssen wir nur noch Mark und Blanca mit ihrem Grommet, wie vor dreieinhalb Wochen an der angolanischen Grenze vereinbart und per E-Mail bestätigt, treffen. Es ist denkbar einfach. Sie kommen uns auf der Straße entgegen. Unser zweites, unkoordiniertes Treffen in Afrika. So rollen wir mal wieder im gelb-blauen Convoi durchs Land.
Der Fish River Canyon ist 161 Kilometer lang, bis zu 27 Kilometer breit und bis 549 Meter tief. Wir spazieren beim Aussichtspunkt nahe Hobas entlang, wo sich der Canyon in einer Doppelschleife windet, und sind ziemlich angetan vom Canyon mit seinen Erosionen. Leider ist es nicht möglich, für eine Tageswanderung in den Canyon herunterzulaufen.
Wir übernachten auf dem belebten Campingplatz in Ai-Ais und erregen mal wieder kräftig Aufmerksamkeit als Overlanders mit unseren auffälligen Overland-Fahrzeugen. Hier inmitten der Felsen feiern wir Arthurs 40. Geburtstag mit 40 Gummibärchen und einem Barbecue. Natürlich gibt es Rindersteaks, außerdem Würstchen, Kartoffeln, Tomaten, Salat und Oliven. Und weil es Arthurs Wunsch war und Mark ihn liebt, gibt es anschließend noch Apple Crumble mit Custard. Voll mit Essen und Wein fallen wir ins Bett. Entsprechend langsam starten wir am nächsten Tag, baden in dem heißen Quellwasser von Ai-Ais und unsere Herren beweisen uns und sich, dass sie „noch gut dabei“ sind. Sie klettern die ziemlich steilen Felsen gut 300 Meter hoch und werden mit schönen Ausblicken belohnt – im Gegensatz zu den faulen Mädels.
Die letzten Kilometer in Namibia zur südafrikanischen Grenze fahren wir durch sehr trockene und karge Landschaft, aber die großartige leere Weite ist toll. Nach einer Übernachtung hinter einem Hügel, um uns ein wenig zu verstecken, verlassen wir Namibia. Auch diesmal findet sich noch Platz für den Ausreisestempel in Arthurs Pass.

11.07.2005

Noordoewer
Namibia

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