Reisetagebuch

11.06. – 14.06.2005: Angola, von Lubango bis Santa Clara

In Lubanga machen wir einen kurzen Versorgungsstopp und begeben uns auf unsere letzte Etappe in Angola. Aber schon jetzt können wir sagen, dass uns Angola gut gefallen hat. Tolle und sehr unterschiedliche Landschaft, nette Menschen, an uns nicht interessierte Polizisten. Wären da nicht die aufwändige Visabeschaffung und die manchmal grottigen Straßen gewesen... Denn auf die letzten 400 Kilometer steigt der Ätz-Faktor noch einmal stark an.

Es rumpelt mal wieder heftig. Die Teerstraße besteht vor allem aus Löchern. Arthur murmelt nur noch „I hate it, I hate it...“ vor sich ihn. Aber so sehr wir tagsüber leiden. Am Abend werden wir mit einem genialen Übernachtungsplatz unter einem riesigen Baobab belohnt. Nach dem Untergang der glutroten Sonne haben wir eine sternenklare Nacht mit Mondschein. Die richtige Umgebung für ein erstklassiges Barbecue mit marinierten Hähnchenschenkeln, in der Glut gebackenen Kartoffeln, Knoblauchbutter und Salat. Bier haben wir natürlich auch. Das Leben im afrikanischen Busch kann man voll und ganz genießen!
Der angolanische Busch stellt am nächsten Tag für unsere Männer – eigentlich nur Jungs im fortgeschrittenen Alter – Abenteuerspielzeug bereit. Als am Wegesrand die ersten ausgebrannten Panzer zu sehen sind, sind Arthur und Mark – zusammen immerhin 84 Jahre alt – nicht zu halten. Und schon sitzen sie im Panzer und schauen aus zwei Luken heraus. Ein geniales Bild. Zwar wird auf dem letzten Stück bis zur Grenze der Anblick von Panzern zur Gewohnheit, aber Langeweile taucht bei den „Jungs“ nicht auf. Stoppen und schauen. Die Mädels sitzen derweil lesend im Auto und teilen die Begeisterung nicht so recht. Beim ersten sind wir immerhin noch mit ausgestiegen und haben Fotos gemacht.
In Ondjiva geben wir die letzten Kwanzas aus. Leider warten wir über eineinhalb Stunden an der Tankstelle, nicht weil es nichts gibt, sondern weil gerade der Tanklastzug entladen wird. Aber für 26 Cent den Liter wird man geduldig. Mit leeren Tanks waren wir ins Land gekommen, mit vollen geht es weiter. So konnten wir den Dieseldurchschnittspreis von 57 auf 52 Cent reduzieren. Unser Budget ist dankbar. Aber wir geben weiterhin fast die Hälfte des Geldes für Diesel aus. Dann kommt erwartungsgemäß der Posten „Lebensmittel“ mit 16 Prozent, gefolgt von den „Visabeschaffungskosten“ mit einem Anteil von immerhin 13 Prozent.
Die Ausreise aus Angola erfolgt am nächsten Tag ohne Probleme. Der Grenzer schaut nur sehr lange auf mein erstes Angola-Visum, fragt mehrere Vorgesetzte, bis wir ihn auf die nächste Seite im Pass verweisen können.
Und zum Schluss „Das Wetter“: Tagsüber scheint die Sonne, die Temperatur ist für Mitteleuropäer angenehm. Auch nachts muss sich der Mitteleuropäer nicht mehr umstellen. Seitdem wir auf der Hochebene sind, auf der auch Namibia und Teile Südafrikas liegen, wird es nachts kühl. Niedrigste Temperatur in GeU waren bislang 14,7 Grad um 7.00 Uhr morgens. Aber das wird wohl noch kühler werden. Wir werden berichten, wann wir im hiesigen Winter die Heizung anmachen.

14.06.2005

Santa Clara
Angola

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