Reisetagebuch

10.05. – 11.05.2005: Gabun, Libreville

Libreville ist eine moderne, fast schon europäisch wirkende Stadt mit moderner Architektur mitten in Zentralafrika. Wir sind beeindruckt, was wir sehen und erleben noch am gleichen Abend einen wahren Kulturschock. Doch zunächst suchen wir einen Stellplatz und steuern die Katholische Mission St. Marie an und treffen es mal wieder richtig gut.

Wir fragen, wo das Missionshaus ist und treffen einen Elsässer, der seit gut 30 Jahren in Gabun lebt. Kurzerhand dürfen wir bei ihm hinter dem Haus parken, werden zum Bier eingeladen und bekommen am nächsten Tag noch die Wassertanks gefüllt.
Von dort laufen wir zum Hypermarche M´Bolo. Der Reiseführer beschreibt das Einkaufszentrum als „overwhelming experience of shopping in the middle of Africa“. Und wir legen nur noch die Ohren an und laufen mit staunenden Augen durch das Einkaufszentrum, wie es auch in Frankreich steht. Hier gibt es wirklich alles, was der Europäer zu brauchen meint. Wir sind beeindruckend von der Vielfalt an Eissorten, Senfarten, Graninisäften und Tiefkühlgerichten und sagen uns alle paar Minuten, dass wir wirklich in Zentralafrika sind. Natürlich gibt es auch französischen Käse, eine riesige Auswahl an Wein und Spirituosen und andere Goodies. Unser Abendessen wird entsprechend zusammengestellt: Steak (allerdings aus Kamerun) mit hervorragender Sauce Bearnaise aus der Packung zum schnellen Erwärmen. Dazu Salat aus Gabun, der europäische kostet pro Stück (!!!) umgerechnet 6 Euro, mit Schafskäse aus Frankreich. Das Sortiment ist so gut, dass wir unverhofft einige Punkte auf unserer permanenten Einkaufsliste streichen können: Gewebeklebeband, Patex, Haken für die Handtücher (siehe unter Mali, Bamako), eine Badehose für Arthur. Bezahlt wird alles per Kreditkarte – direkt umgerechnet in Euro.
Gut gestärkt gehen wir am nächsten Tag den eigentlichen Grund für die Fahrt nach Libreville an, immerhin ein Umweg von über 300 Kilometern, und fahren zur angolanischen Botschaft. Dort erleben wir mal wieder afrikanische Willkür: mindestens für die nächsten vier Wochen werden hier keine Visa ausgegeben! Ein Grund wird nicht genannt und fragen bringt nichts, so weit kennen wir Afrika inzwischen. Aber in Pointe-Noire im Kongo (Brazzaville) soll es beim Konsulat möglich sein. Wie gut, dass wir dort ohnehin hin wollen.
So bummeln wir noch ein wenig durch Libreville, stellen fest, dass auch andere Supermärkte hervorragend sortiert sind, die Apotheken ebenfalls. Was uns noch auffällt, sind die vielen teuren Autos in Libreville. Überwiegend werden sie von Weißen gefahren, die uns hier auch mehr als in afrikanischen Ländern auffallen. Aber auch Schwarze mit bester Businesskleidung steuern teure Autos.

11.05.2005

Libreville
Gabun

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