Reisetagebuch

06.05. – 07.05.2005: Kamerun, von Yaounde bis Eking

An sich wäre die Strecke zur Grenze nach Gabun angenehm und ereignislos gewesen, wären wir nicht mal wieder auf korrupte A... bei der Polizei gestoßen.

Der erste will - vermutlich richtigerweise - die Carte Rose (Versicherungskarte für Kamerun, Gabun und Kongo) sehen, die wir nicht haben, agieren wir doch immer noch erfolgreich mit den Versicherungspapieren aus Senegal, wo alle bislang durchfahrenen Ländern verzeichnet sind. Außerdem bemängelt er die angeblich fehlenden rot-weißen Reflektoren und GeU´s Qualm. Als Arthur auf die hiesigen Autos verweist, muss er selbst lachen. Aber am Ende zahlen wir 10.000 CFA (ca. 15 Euro) vor Ort, da er nicht mit sich reden lässst, sich nicht mit Whisky abfinden lassen will und wir keine Lust haben, zum Kommissariat zu fahren und vermutlich endlose Diskussionen zu führen. Billiger als die Versicherung war es allemal!
Nur leider erwischt es uns einige Kilometer weiter schon wieder. Drei A... lassen sich alle Papiere zeigen, auch die Impfpässe, finden aber nichts. Dann wollen sie hinten rein. Kaum hat Arthur aufgeschlossen, springen sie hinein, machen es sich auf den Sitzen bequem und probieren Schalter aus. Unverschämtes Verhalten. Natürlich schauen sie auch in die Schränke. Aber auch hier gibt es nichts zu bemängeln. So bleiben auch sie an den rot-weißen Reflektoren hängen, die wir bei kamerunischen Lastern nicht gesehen haben. So zahlen wir noch einmal 12.000 CFA. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt bei Kamerun hängen, hatte uns doch schon die aufwändige Visabeschaffung genervt.
Aber es geht auch anders. Bei der nächsten Kontrolle erkläre ich mit charmantem Lächeln einem Polizisten, dass ich kein Französisch spreche – auf Englisch. Er strahlt zurück und erklärt, dass er nichts versteht – auf Französisch. Dann greift Arthur ein, erklärt, wohin wir wollen und schon heißt es: „Bon voyage“
Die Ausreiseformalitäten sind in Abang-Minko schnell und professionell erledigt. Nun müssen wir nur noch über den Grenzfluss Ntem kommen. Die von der EU finanzierte Brücke ist noch nicht fertig und die kostenlose Fähre bewältigt mit vier Fahrzeugen pro Strecke den Andrang nicht. Insgesamt warten wir zwei Stunden und beobachten mit Interesse, was um uns herum abgeht. Es wird gnadenlos vorgedrängelt. Der Platz in der Schlange muss mit Beschleunigungs- und Bremsmanövern regelrecht verteidigt werden. Die Polizei schnappt sich zwar den einen oder anderen Drängler, aber die Lernkurve ist trotz Strafzahlung flach. Dass Rücksichtnahme überhaupt nicht zu den Eigenschaften afrikanischer Autofahrer gehört, sehen wir, als ein Baufahrzeug die Warteschlange quer passieren will. Dessen Fahrer redet mit Engelszungen auf den Autofahrer ein, doch der will nicht weichen, obwohl er nichts zu verlieren hat. Erst mit Hilfe vieler Leute, u.a. von Arthur, der mit GeU hinter ihm steht, gelingt es, ihn zu überzeugen, kurz zur Seite zu fahren.

07.05.2005

Eking
Kamerun

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