Reisetagebuch

24.04. – 01.05.2005: Kamerun, Limbe

Wir haben Muskelkater und bewegen uns die erste Tage nach unserer Bergwanderung „sehr vorsichtig“. So sieht der Masterplan für die nächste Woche simpel aus: Erholung ist angesagt. Nicht ganz einfach, lassen wir uns doch immer wieder von etwas ablenken.

Zunächst verleben wir noch einen netten Tag mit Jan, Susanne und deren Kindern Daniel und Alexander, bevor deren Urlaub zu Ende geht. Vor allem zeigen sie uns, wo man in Limbe hervorragend frischen wie günstigen Fisch essen kann. Direkt am Strand werden die fangfrischen Fische gegrillt und zusammen mit Zwiebeln, gegrillter Kochbanane und scharfer Sauce serviert. Ohne Besteck, dafür haben wir schließlich Finger. Das gefällt uns so gut, dass wir dort im Laufe der Woche noch mehrfach auftauchen.
Als Arthur „nur mal schnell“ eine Schublade reparieren will, endet das ganze in einer dreistündigen Bastel-, Aufräum- und Umräumaktion. Aber dafür herrscht jetzt Ordnung im Werkzeug- und Ersatzteilfach und alles ist mit „mehr Logik“ eingeräumt. Die erste Abweichung vom Masterplan Erholung.
Für die nächste Abweichung sorgt meine Müdigkeit. Ich schiebe mein starkes Schlafbedürfnis zunächst auf die Anstrengungen vom Berg, doch am Abend zeigen sich deutliche Malariaanzeichen: Gliederreißen (kommt mit vorhandenem Muskelkater noch besser), Fieber und Übelkeit. So müssen wir am nächsten Tag in die Stadt, um einen Malariatest machen zu lassen. Statt uns ins Krankenhaus zu fahren, empfiehlt uns der Taxifahrer ein Labor. So kostet uns der Test nur 1500 CFA (2,50 Euro) und drei Stunden später wissen wir was zu tun ist: „Coartem“ in der Apotheke kaufen und einwerfen. Unsere sehr schnelle Reaktion sorgt dafür, dass ich von meiner Malaria kaum etwas merke. Ich habe keinen weiteren Fieberschub, fühle mich die nächsten Tag nur etwas schlapp.
Was mich deutlich mehr mitnimmt, sind die vielen Stiche von kleinen Fliegen. Tagelang juckt es mich vor allem an den Füssen und Beinen. Schon in der Woche zuvor, waren die Viecher über mich hergefallen und hatten überall rote Punkte hinterlassen, an denen ich hin und wieder zu heftig gekratzt hatte, was meine Beine nicht gerade schöner gemacht hat. Bei der zweiten Attacke – auch diesmal sehen wir kaum Insekten und wissen immer noch nicht genau, wer uns beist – schwellen meine Knöchel als Folge einer allergischen Reaktion an. Einziges wirksames Gegenmittel: Beine in einem Eimer mit kaltem Wasser baden.
Außerdem verbringen wir viel Zeit im Internetcafe und aktualisieren unsere Homepage. Nun gibt es auch die Bildergalerie mit ganz vielen Fotos. Und den Rest der Zeit haben wir uns wirklich erholt. Wir genießen das warme Wasser am schwarzen Lava-Strand. Wir besuchen das Limbe Wildlife Center und beobachten mit Begeisterung Gorillas, Schimpansen, Drills, Mandrills, Paviane und weitere kleinere Affen. Nur als ein Gorilla mit einem Stein nach uns werfen will, ergreifen wir die Flucht. Anschließend bummeln wir in Ruhe über den Markt in Limbe und kaufen viel frisches Obst und Whisky in Tüten.
Und dann soll es in Ruhe nach Yaounde gehen. Wir müssen mal wieder unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Visabeschaffung. Bestimmt auch diesmal erlebnisreich!

01.05.2005

Limbe
Kamerun

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