Reisetagebuch

13.04. - 14.04.2005: Benin, von Boukombe bis zur Grenze bei Nikki

Da uns die Zeit drängt, heißt es zügiges Durchrollen durch Benin. Wir werden zwar nett begrüßt und auch so verabschiedet, aber dazwischen sind die Eindrücke zwiespältig.

Doch zunächst die Einreise. Das erste Gebäude auf beninischem Grund ist der Zoll. Die beiden Zöllner sind nett und freundlich und diskutieren ausführlich, wie nun mit unserem Carnet umzugehen ist. Der eine kennt es, will es aber nicht ausfüllen. Der andere soll es ausfüllen, weiß aber nicht wie. Und außerdem muss man wissen, für was man einen Stempel gibt, also heraus zur Besichtigung inklusive der Schrankinhalte. Arthur steigt ein und zieht wie üblich in solchen Situationen die Schuhe aus. So bleibt der Zöllner draußen stehen und hat anschließend einen längeren Hals. Er reckt und streckt sich, um in die Schränke schauen zu können bzw. zu begutachten, was Arthur als Auswahl aus den einzelnen Schränken zeigt. Schnell wird dieses unsinnige Verfahren eingestellt. Wir bekommen das gestempelte Carnet zurück und werden zur Polizei geschickt.
Wir sind gespannt, ob man auch an einem kleinen Grenzübergang das Transitvisum für 48 Stunden bekommt. Ob es wirklich geht, wissen wir hinterher immer noch nicht. Der überaus freundliche Beamte versieht unsere Pässe mit einem Einreisestempel, schreibt die üblichen Daten in die große Kladde und wünscht uns eine gute Reise. 10000 CFA pro Person gespart oder kommt die Strafe bei der Ausreise?
Benin und die von uns durchfahrenen Orte Natitingou, Djougou, Ndali und Nikki bieten nichts. In Djougou wollen wir noch etwas Diesel tanken und Obst und Gemüse einkaufen. Die erste Tankstelle ist angeblich keine – trotz Schild und Zapfsäulen. Die zweite hat Diesel, aber nur für Militär und Polizei. Und die dritte Tankstelle im Ort finden wir nicht. So versuchen wir es in Ndali erneut. An einer Tankstelle gibt es Diesel, aber nicht aus der Zapfsäule, sondern aus Kanistern. Immerhin noch aus Kanistern. Einige Meter weiter treiben wir noch einmal Diesel aus, der aus einer riesigen Weinflasche kommt. So wurde GeU der Diesel noch nie gereicht. So haben wir das erste Mal Diesel auf dem Schwarzmarkt gekauft. Der Preis (450 CFA pro Liter) war im Vergleich zu den anderen CFA-Ländern ok, aber in Benin soll er offiziell nur 380 CFA kosten. Nützt nur nichts, wenn es dafür nichts gibt.
Während der Dieseleinkauf am Ende noch erfolgreich war, war es der Gemüse- und Obsteinkauf nicht wirklich. In Djougou, immerhin eine Kleinstadt, haben wir außer Bananen nichts gefunden. Aber das Sortiment an Badelatschen war an jeder Ecke des Ortes umfassend. Wir halten auf der Strecke in einem kleinen Dorf am Markt an. Viele Stände und fast immer das gleiche Angebot: Badelatschen, Palmöl und Palmölsteinfrüchte im Rohzustand und immerhin Zwiebeln, Mangos und Zitronen. Ausgesprochen günstig erwerben wir Mangos (Stück ca. ein Zent!). Und mit den gekauften Zwiebeln sowie mit dem reichlich mitgeführten Tomatenmark kann man jede Menge Tomatensauce erstellen. Versorgung gesichert!
Und dann gab es noch reichlich Polizeikontrollen in Benin. Schon in Togo wurden wir hin und wieder nach Cadeaux gefragt. Aber auf diesem Ohr sind wir bekanntlich taub. Meist wird dann nett und freundlich der Rückzug angetreten. In Benin treffen wir dann auf ein besonders nettes kleines A.... Unverschämt hängt der junge Polizist bei Arthur im Fenster und fragt nachhaltig und gierig nach Geschenken. Arthur bleibt hartnäckig. Als der Polizist merkt, es wird nichts mit Geld (was andere Einheimische ihm schnell zustecken und weiterfahren), markiert er den starken Mann. Wir müssen Papiere zeigen. Zunächst gibt es das Carnet. Das kennt er nicht und weiß nicht, was er prüfen muss. Dann will er den Führerschein, die Versicherung und Arthurs Pass. Mit allem geht er an seinen Schreibtisch, sitzt Zeit ab und macht sich Notizen. Aber ob er durch dieses Verfahren sein Gesicht wahrt, ist mehr als fraglich. Die Notizen sind ohne Sinn und Verstand kreuz und quer auf einem Blatt Papier notiert. Fehler bei Arthurs Namen und GeU´s Kennzeichen. Das einzig richtige ist mein Name, den Arthur aufschreiben musste. Aber nach ca. 30 Minuten dürfen wir weiter fahren – ohne Bezahlung. Aber der Eindruck vom Land hat einen negativen Stich bekommen.
So sind wir gespannt, wie wir herauskommen. Der Grenzbeamte wird mit den Worten „Aufwachen, die Weißen sind da“ geweckt. Schnell trägt er die Liege aus der Hütte und nimmt seine Arbeit auf. Wir füllen die Ausreisekarten aus, der Pass wird durchblättert und gestempelt und schon wünscht man uns eine gute Reise. Das war Benin ohne Visum. 30 Euro gespart.

14.04.2005

Nikki
Benin

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