Reisetagebuch

18.03. - 25.03.2005: Ghana, Akwidaa

Das Paradies in Ghana hat einen Namen: Green Turtle Lodge. An einen einsamen und mit Palmen gesäumten Strand zwischen Dixcove und Akwidaa haben Tom und Jo aus England mit viel Liebe zum Detail eine kleine Lodge errichtet und genau unseren Geschmack getroffen. GeU wird unter Palmen geparkt und wir beschließen, hier einige Tage „Urlaub vom Urlaub“ zu machen.

Wir haben freien Blick auf den Golf von Guinea. Doch fast noch schöner ist der Blick aus der Dachluke beim Aufwachen: grüne Palmenblätter und Kokosnüsse vor blauem Himmel. Dazu das ständige Meeresrauschen. Ein idealer Ort zum Ausspannen.
Wir baden viel, liegen lesend oder schlafend in den Hängematten, trinken leckere Cocktails (von Tom in einer „drunken night“ selbst kreiert), essen viel frischen Fisch und sonstige Goodies der exzellenten Lodgeküche, streicheln (jedenfalls ich, Arthur tut so etwas nicht) die Lodgehündin May, eine deutsche Schäferhündin, und machen zwei Ausflüge.
Vom nahen Fischerdorf Akwidaa lassen wir uns mit einem Einbaum durch die Mangroven paddeln. Wir sehen Schlammspringer, diverse Krebse, die auch auf die Mangroven hochkletterten, Austern, diverse Vögel und Menschen, die in den Mangroven auf verschiedenste Arten Fische und Krebse fangen: mit Wurfnetzen, Netzen in den Abflüssen, um die Gezeiten zu nutzen, aufwändigen Zäunen und Reusen und Angeln. Dass auch das verbotene Dynamitfischen betrieben wird, erfahren wir, als wir einen Fisch mit dem Bauch nach oben treibend sehen und fragen, woran der gestorben ist.
Beim zweiten Ausflug sind wir aktiver. Mit Mountainbikes fahren wir auf schmaler, steiler und zum Teil ausgewaschener Lateritpiste zum Cape Three Point Leuchtturm, Ghanas südlichstem Punkt. Auf dem Hinweg haben wir Sonnenschein, entsprechend läuft der Schweiß. Kaum machen wir uns auf den Rückweg, sehen wir sehr dunkle Wolken aufziehen. Wir werden wohl nicht trockenen Fußes bis zur Lodge zurückkommen. So ist es. Dafür erleben wir ein heftiges tropisches Gewitter in freier Natur. Der Regenstrahl kann mit jeder guten Dusche mithalten und die Temperatur ist für die Tropen angenehm. In kürzester Zeit sind wir klitschnass. Auf der Piste läuft das Wasser, kleine Seen entstehen, durch die wir wohl oder übel durch müssen. Wir und die Räder haben bald roten Lateritmatsch überall. Aber es ist ein Erlebnis und wir wissen nun, was als Regenschirm afrikanischer Art dient: ein großes Bananenblatt. In Akwidaa müssen wir wie auf dem Hinweg den Fluss durchqueren, nur war zuvor Ebbe und das Wasser ging uns bis an die Knie. Nass genug wären wir, um erneut durchzuwaten, aber dann wäre endgültig Landunter in den Rucksäcken mit den Kameras. So lassen wir uns und die Räder mit einem Einbaum übersetzen. Zurück in der Lodge beschäftigen wir uns dann mit Trocknen. Erst wir, dann die Rucksäcke und leider ist auch GeU innen nass geworden. Wir hatten zu viele Fenster und Luken auf. Aber die Sonne am nächsten Tag ist gerne behilflich.
Als alles wieder trocken ist, nehmen wir Abschied von diesem Paradies und beenden die faule Zeit. Wir waren wirklich faul und haben auch nur ganz wenig an GeU herumgetütelt. Nur die Halterung des Seitenunterfahrschutzes ist entrostet und schwarz lackiert worden. Außerdem haben wir die Ordnung in den Schränken nach drei Monaten on tour optimiert.

25.03.2005

Akwidaa
Ghana

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