Reisetagebuch

12.03. - 14.03.2005: Ghana, Mole Game Reserve

Von Larabanga aus erreichen wir Mole Game Reserve. Der Eintritt ist in Cedis erschreckend hoch. 86.500 Cedis sind für uns, GeU und die Fotoerlaubnis fällig. Aber das sind nur etwas mehr als sieben Euro. Statt einer Quittung bekommen wir einen ganzen Quittungsstapel. Aber mittlerweile hat sich auch der Nationalpark der Inflation angepasst. Gab es vor einigen Monaten nur Quittungen über 1.000 Cedis, gibt es jetzt auch Quittungen über 10.000 Cedis. Trotzdem sind es 14 Zettel. Vom Eingang sind es nur noch wenige Meter bis zur Hotelanlage. Diese liegt traumhaft an einer Anhöhe, so dass man einen genialen Blick auf ein Wasserloch hat. Schon bei unserer Anreise sehen wir zahlreiche Elefanten beim Baden. Aber auch sonst haben wir in Mole ein tierisches Vergnügen.

Doch zunächst suchen wir uns unseren Stellplatz direkt an der Kante mit „Elli-Blick“. Ich bin begeistert. Wir beschließen daher auch schnell, hier zwei Nächte zu verbringen. Wir beobachten in den zwei Tagen ausführlich das Wasserloch, erfrischen uns im Pool, machen unter GeU auf der Picknickdecke liegend Mittagschlaf (schattig und windig), testen verschiedene ghanaische Biere (Star, ABC und Gulder) und genießen landestypische Gerichte (Perlhuhn in Erdnusssauce mit Klebreis sowie gebratener Fisch mit richtig scharfer Chilisauce und frittierten Maniokstücken).
Und dann waren da noch die Tiere! Die erste Walking-Safari war zwar vom Tieraspekt enttäuschend. Nur einige Warzenschweine und einige Antilopen lassen sich sehen. Aber das Gefühl, dort lang zu laufen, wo kurz zuvor noch Elefanten waren, kommt gut. So freuen wir uns auf den Morning-Walk um 7.00 Uhr und werden nicht enttäuscht. Von oben sehen wir schon Elefanten zum Wasserloch strömen und schauen denen dann beim Planschen zu - aus 25 Meter Entfernung. Unser Guide hat hoffentlich alles unter Kontrolle und/oder kennt die Tiere. Seine Waffe würde ihm und uns gegebenenfalls wenig helfen. Ich mache mal wieder viel zu viele Elefantenbilder, aber den tierischen Höhepunkt beschaffen uns diesmal die Affen.
Wir sitzen beim Mittagessen und konzentrieren uns nichtsahnend zu sehr auf unseren herzhaft angemachten Yoghurt. Ein Fehler, der von einem Affen schamlos ausgenutzt wird. Von hinten schleicht er sich heran, nutzt den Überraschungsmoment, greift sich unser Brot und haut ab. Wir holen die Fotoapparate halten fest, wie unser Brot genüsslich gegessen wird – nachdem es aus der Tüte ausgepackt worden war. Aber dann ergeht es dem Affen wie uns. Ein Baboon, größer als der Brotklauer, nutzt wiederum dessen Konzentration aufs Brot aus und klaut es ihm. Kurze Freude!
Derweil ist eine riesige Baboon-Familie im Camp angekommen und sitzt im und am Baum neben GeU. Die Affen stören sich an uns wenig. Wir beobachten sie aus nächster Nähe und machen Fotos, u.a. wie die zuvor im Restaurant geklaute Ketchup-Flasche geöffnet und mit den Händen ausgelöffelt wird. Und dann entdecken sie auch schon GeU. Wir lassen sie gewähren. Als der erste Baboon allerdings durch das vordere Fenster einsteigen möchte, schreiten wir kurz mit lautem Geschrei ein. Der Affe verzieht sich auf den Dachgepäckträger unseres Führerhauses und beobachtet Arthur, wie er von drinnen das Fenster schließt. Göttliche Blickwechsel zwischen den Verwandten folgen. Als dann alle Fenster mit Fliegengittern versehen sowie Dachluke und hintere Tür geschlossen sind, lassen wir sie noch mehrfach auf GeU herumturnen, sind wir doch von ihrer Intelligenz begeistert. Sie wissen genau, wo Zugangsmöglichkeiten zu GeU sind: vorderes Fenster, Dachluken, Badezimmerfenster, Tür. Selbst an der Zwangsentlüftung für das Bad wird gerüttelt. Leider alles dicht! Aber wenn es nicht hineingeht, wird hineingeschaut. Hoch die Treppe und ausführlicher Blick ins Wohnmobil durch das Bullauge in der Tür. Was geht da wohl in den Affen-Köpfen vor?
Wir sind jedenfalls begeistert und merken nicht, dass wir durch das über zweistündige Herumlaufen um GeU und die Affen einen kräftigen Sonnenbrand bekommen. Aber was tut man nicht alles, um solche Bilder zu kriegen. Als alle Kameras dieses Ereignis abgelichtet haben, überlassen wir unser Auto den Affen und suchen Abkühlung im Pool. Anschließend markiert Arthur „den ganz großen Affen“, läuft einmal über GeU´s Dach und weg ist unser Besuch. Weg ist auch Familie Warzenschwein. Auch die sind völlig schmerzfrei und laufen zwischen den Affen unter GeU durch. Schön war es!
Schön war auch die Abkühlung durch das erste miterlebte tropische Gewitter. Die dunklen Wolken mit Blitz und Donner wirken viel beeindruckender. Schnell kühlt es ab: von 40 auf 30 Grad. So kühl hatten wir es bei Einbruch der Dunkelheit schon lange nicht mehr. Auch die ganze Nacht haben wir eine angenehme Temperatur mit kühlem Windzug durch das Wohnmobil. Wie angenehm, hatten wir doch in letzter Zeit häufig noch über 35 Grad beim Einschlafen und keinerlei Luftströmung.

14.03.2005

Mole N.P.
Ghana

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