Reisetagebuch

04.03. - 07.03.2005: Burkina Fasa, von Djibasso bis Ouagadougou

Burkina Faso erfährt unmittelbar nach unserem Grenzübertritt noch nichts von uns. Die Grenzformalitäten finden erst in Djibasso, ca. 25 Kilometer entfernt, statt. Wir übernachten die erste Nacht, ohne formal eingereist zu sein. Das machte an sich keine Schwierigkeiten. Schwieriger war es, die Straße zu verlassen, ohne das Menschen es mitbekamen. Die Straße war vor der Grenze schon voll und ist es auch danach geblieben. Alle Welt ist unterwegs, per Rad, Moped oder mit dem Eselkarren. So viel Verkehr haben wir seit langem nicht mehr erlebt und fragen uns, was los sein könnte. Eine Antwort finden wir nicht, aber einen ruhigen Übernachtungsplatz.

Am nächsten Morgen stellen wir uns in Djibasso dem Zoll und der Polizei vor. Der Zöllner blättert lange und unschlüssig im Carnet. So etwas hat er noch nicht (so oft?) gesehen. Arthur erklärt ihm, welches Stück er sich abreißen muss und wo der Stempel hin muss. Der Polizist stempelt platzsparend, wofür ich angesichts der vollen Seiten in meinem Pass dankbar bin.
Die Pisten sind entgegen der Reiseführeraussagen gut. Wir kommen zügig voran und erleben eine wieder bewachsenere Landschaft. Zum Teil sehen wir riesige Bäume und Büsche und fahren durch richtige Alleen. Dazwischen: Kopfsteinpflaster bzw. deren Reste. Reste aus der Kolonialzeit?
Statt die verbleibenden Kilometer bis Ouagadougou auf zwei Tage zu verteilen, fahren wir nach Sonnenuntergang bis an die Hauptstadt heran und legen einen Pausentag ein. Daher ist es dunkel, als wir dafür unseren Standort suchen. Am nächsten Morgen stellen wir fest: wir sind nicht weit von Hütten entfernt. Unsere „Nachbarn“ kommen über den Tag verteilt zu uns, schauen und beobachten neugierig, was wir machen. Was machen wir? Arthur bastelt an GeU herum. Irgendeine Kleinigkeit ist immer zu tun und bedarf der Aufmerksamkeit des Chef-Ingenieurs. Ich putze in GeU herum. Nicht irgendwas, sondern alles ist ständig schmutzig und staubig. Aber das tun wir nur für kurze Zeit. Ab Mittag haben wir 41 Grad im Schatten (in GeU werden es sogar 46 Grad) und liegen abwechselnd in der Hängematte.
Am nächsten Morgen starten wir früh, um früh in der Hauptstadt bei der ghanaischen Botschaft zu sein. Schon die Anfahrt zeigt: in Ouagadougou ist was los. Jede Menge Fahrräder und Mopeds düsen vollbeladen vor und neben uns in die Stadt. Ein Moped fällt uns besonders: eine Frau fährt und hat dazu noch eine Schüssel mit Erdbeeren auf dem Kopf. Doch nicht genug: hinter hier sitzt eine zweite Frau mit einem Kind auf dem Rücken (die sehr typische Kindertragemethode) und einer weiteren Schüssel Erdbeeren auf dem einen Knie. Ob die alle heil ankommen? Ein Stück sind sie auf jeden Fall erfolgreich, dann waren sie schneller als wir mit GeU.

07.03.2005

Ouagadougou
Burkina Faso

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