Reisetagebuch

09.02. - 13.02.2005: Mali, vom Grenzort Kenieba bis Bamako

Der Pistenzustand hat sich durch den Grenzübertritt nicht verbessert. Man könnte eher vermuten, dass der Staub auf der Piste noch zugenommen hat. GeU zieht eine gewaltige Staubwolke hinter sich her. Wir möchten nicht hinter uns herfahren müssen. GeU nutzt auf jeden Fall die Restnässe der Flussdurchquerung, um neue Tarnfarbe anzulegen. In Kenieba suchen wir die Polizei und den Zoll auf. Schnell und freundlich werden die Formalitäten erledigt. Die Cadeau-Masche hat sich bis hier zum Glück noch nicht herumgesprochen.

Die direkte Piste nach Manantali finden wir nicht. So bleibt uns nur die als „sehr mühselig“ bezeichnete Strecke über Mahina. Es war mühselig, aber auch abenteuerreich und landschaftlich sehr schön. Wir fahren am, dann über den Gebirgszug "Falaise de Tambaoura" auf enger, mal felsenreicher, mal sandiger Piste durch dichte Savanne. Zwischendrin sehen wir immer wieder „klassische“ afrikanische Rundhütten-Dörfer, wo uns begeistert gewunken wird. Bei der Unterquerung eines riesigen Mango-Baumes pflückt GeU eifrigst Mangos, die uns ins Auto fallen. Leider sind sie noch nicht reif. Einen Baum darf GeU auch ausreißen, um sich den Weg freizumachen. Das Vorhaben stellt sich dann jedoch als unnötig aus, da es der falsche Weg war, so der Hinweis eines Mannes, der anschließend den ausgerissenen Baum zu Feuerholz sägen will.

In Mahina wollen wir auf der Eisenbahnbrücke den Fluss Bafing überqueren, der kurz dahinter mit dem Bakoye zusammenfließt und dann den Senegal bildet. GeU wird als zu schwer bezeichnet. Kaum zu glauben, wenn man an das Gewicht der Eisenbahnwaggons denkt. Wir werden auf die fünf Kilometer entfernte Fähre verwiesen. Die gibt es tatsächlich und ist auch einsatzfähig. Relativ schnell handeln wir den Preis von 15000 auf 7000 CFA (11 Euro) herunter und werden in der Abenddämmerung über den Bafing transportiert.

Auf dem restlichen Weg nach Bamako haben wir nach ca. 9300 Kilometern den ersten Platten. Arthur hatte schon am Vortag den Riss im Mantel gesehen. So hielt sich die Überraschung in Grenzen. Wir wechseln unter neugieriger Beobachtung den Reifen. Da wir nun auch noch das Flicken des Reifenschlauchs und -mantels auf unser „GeU-to-do-Wartungsliste“ haben, suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen abseits der Straße. Bei 39 Grad im Schatten, einem warmen und trockenen Luftzug und unzähligen Fliegen nehmen wir den Reifen von der Felge. Der Mantel wird genäht, der Schlauch ist aufgrund eines Risses nicht mehr einsatzfähig. Er fristet nun sein Dasein als Unterlage, wenn Arthur sich mal wieder unter GeU legen muss. Nach zwei halben Basteltagen rollen wir nach Bamoko hinein und quartieren uns direkt am Niger auf dem Campingplatz „Le Cactus“ ein.

13.02.2005

Bamako
Mali

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