Reisetagebuch

25.01. - 27.01.2005: Mauretanien, von Nouakchott bis zur Grenzstation Diama

Nouakchott ist nicht unbedingt eine Reise wert. Die Stadt bietet vor allem viel Müll und jede Menge Läden und Marktstände, die nur eins verkaufen: Handys. Das Angebot übertrifft bei weitem die rechnerisch mögliche Käuferschaft in Mauretanien. Die Supermärkte sind gut sortiert. Es gibt Schimmelkäse, Pasteten und geräucherten Lachs - zu entsprechenden Preisen. Aber auch Gemüse und Milchprodukte sind nicht gerade billig, da alles von weit her kommt. Beim Schimmelkäse werden wir schwach. An der Tankstelle fordert GeU seine Versorgung. Und wir wissen nun, was unser Ungetüm im Gelände braucht: 39 Liter! Wie gut, dass wir die nächste Zeit auf Teerstraßen unterwegs sind.

Auf solch einer rollen wir nach einer Übernachtung weiter gen Süden, nun wieder alleine. Der Rest bleibt noch wegen Bastelarbeiten und Visabeschaffung in Nouakchott. Die ca. 200 Kilometer bis nach Rosso sind eine positive Überraschung. Wir hatten mit einem eher langweiligen Stück Straße gerechnet, stattdessen erleben wir einen zügigen Übergang von der fast unbewachsenen Wüste zur grünen Landschaft am Senegal mit Büschen, Bäumen und aktiver Landwirtschaft. Inmitten des Grüns liegen malerische Wanderdünen. Die Einheimischen werden das mitunter anders sehen: manch Düne bedroht Häuser und Dörfer.

In Rosso biegen wir nach Westen ab und fahren auf dem Damm des Senegals zur Grenzstation am Diama-Damm. Die Strecke ist lohnenswert. Wir sehen unendlich viele Vögel unterschiedlichster Art und Größe und hin und wieder kreuzen Warzenschweine unseren Weg. Dazu erleben wir viel Ruhe, der Verkehr ist gering, nur am Anfang überholen uns Fahrzeuge der Rallye London-Dakar.

Nach einer Übernachtung unweit des Damms sind wir ausgeschlafen, um uns den Grenzformalitäten zu stellen. Die Ausreise aus Mauretanien ist unproblematisch und zügig, nur etwas teurer als erwartet. Für das Abstempeln des Carnets werden 10 Euro verlangt. In der nächsten Hütte ist die „Tax communale“ fällig, 500 UM pro Person (ca. 1,50 Euro). Eine kurze Diskussion haben wir mit dem Polizisten. Er will 4000 UM für uns beide für die Ausreisestempel und begründet dies mit den Öffnungszeiten der Grenzstation rund um die Uhr. Unser Einwand, dass wir dies gar nicht nutzen würden, schließlich sei gerade beste Vormittagszeit, lässt er nur wage gelten. Wir einigen uns auf 1000 UM pro Person, was auch andere Reisende vor uns bezahlt haben. Für alles bekommen wir Quittungen und könnten weiterrollen, wenn wir nicht schnell noch ein Geschäft abschließen müssten: den Verkauf von 20 Litern Diesel an den Polizisten - mit Gewinn. Nach der an sich obligatorischen Devisendeklaration fragt kein Mensch. Wir erwähnen sie auch nicht. Kostet sonst vermutlich nur Geld.

27.01.2005

Diama
Mauretanien

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