Reisetagebuch

18.01.2005: Mauretanien, von der Grenzstation nach Nouadhibou

Nun folgt das Stück zwischen den marokkanischen und mauretanischen Grenzstationen, wo in allen Reiseführern vor Minen am Wegesrand gewarnt wird und wo die Pistenmarkierungen mitunter von Einheimischen entfernt werden, um sich als Führer anzubieten. Laut unserem an sich nicht altem Reiseführer mit Internetaktualisierung soll dieses Stück knapp 30 Kilometer lang sein. Wir haben einige GPS-Positionen im Navigationsgerät eingegeben, unter anderem die Positionen eines ausgebrannten VW-Busses, der auf eine Mine gefahren war. Aber querfeldein ist hier wegen der Minengefahr nicht empfehlenswert. Aber am Ende müssen wir ca. 5 Kilometer auf einer Piste zurücklegen. Die größte Herausforderung ist es, den VW-Bus wieder frei zu kriegen, der sich im Sand festgesetzt hat. Den weiteren Pistenweg wird er von GeU geschleppt. Links und rechts der Piste sind jede Menge Spuren, Fußgänger wie Autos laufen und fahren dort herum. Und dann haben wir auch schon den mauretanischen Grenzposten auf neuer Teerstraße erreicht.

Regen empfängt uns in diesem Land, das überwiegend aus Wüste besteht und die Temperaturangaben im Lonely Planet zwischen hot und very hot schwanken. Das Interesse an uns und vor allem an GeU ist - wetterbedingt ? - gering. Wir werden in eine ärmliche Hütte gebeten, die den Grenzpolizisten auch als Schlaf- und Essraum dient. Unsere Schweizer Freunde Charly und Sylvia müssen für die Abfertigung 10 Euro zahlen. Wir Deutschen nicht. So fordern die Schweizer die 10 Euro erfolgreich zurück. Den Grenzer hatten nicht gedacht, dass wir zusammen gehören. Dumm gelaufen! Nur vom ersten mauretanischen Grenzer war Arthur um eine Flasche Wasser gebeten worden. Dem sind wir gerne nachgekommen, hatten schließlich noch eine deutsche Pfandflasche dabei, die so eine gute Verwendung fand. Trotz aller Aussagen in Reiseführern und vom Auswärtigen Amt wird das Carnet de Passage nachgefragt und abgestempelt. Aber dafür müssen wir alle 10 Euro zahlen. Es folgt die Devisendeklaration und schon können wir weiterfahren auf bester, neuer Asphaltstraße.

Nouadhibou wirkt durch das schlechte Wetter wenig einladend. Riesige Pfützen sind auf der Straße. Menschen laufen kreuz und quer. Der Verkehr mit Autos, Lastern und Eselkarren regelt sich nicht unbedingt nach Regeln, eher nach dem Prinzip des Stärkeren. Aber GeU gehört eindeutig in diese Kategorie.

Der Abschluss der benötigten Kfz-Versicherung ist unproblematisch und kostet für 10 Tage umgerechnet 16 Euro. Da wir noch mauretanische Ouguiya brauchen, die Banken aber schon geschlossen sind, wird die Bankfrau herbeitelefoniert. Das ist Service! Ebenso verhält es sich mit dem Angestellten im Büro des Nationalparks. Warum das alles ermöglicht wird, wissen wir nicht. Wir zahlen jedenfalls nichts dafür. Nass und müde suchen wir etwas mühselig einen Übernachtungsplatz und werden im Süden Nouadhibou hinter einem Sandhügel fündig.

18.01.2005

Nouadhibou
Mauretanien

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