Reisetagebuch

15.12. – 16.12.2005: von Monfalcone, Italien, nach Berlin, Deutschland

Nun sind es noch 1.097 Kilometer bis zu unserer Wohnung in Berlin. Eigentlich wollen wir nach Hause, wenn auch das Wetter uns mehrfach dazu zwingt, über ein sofortiges Umkehren nachzudenken.

In Italien scheint noch die Sonne. Trotz der Kälte sind wir von den schneebedeckten Alpen angetan. Da GeU sich nicht mehr in den 8. Gang schalten lässt, wir aber auf einen Zwangsstopp mit Basteleien am Getriebe überhaupt keine Lust haben, schonen wir das Ungetüm und fahren mit möglichst wenig Schaltvorgängen trotz Mautpflicht auf der Autobahn. Die Kosten halten sich in Grenzen. Kurz vor der österreichischen Grenze zahlen wir 5,40 Euro. Die Österreicher wollen mehr Geld. Als Fahrzeug mit mehr als 3,5 Tonnen müssen wir uns eine "Go-Box" besorgen, die an die Windschutzscheibe geklebt wird. Mit dem eingezahlten Guthaben von 50 Euro gelangen wir bis an die deutsche Grenze. Das ist nicht gerade wenig Geld für gute 200 Kilometer. Wie gut, dass die Afrikaner noch nicht auf die Idee gekommen sind.
Am 15. Dezember um 18.15 Uhr passieren wir das Schild mit dem Bundesadler. Wir stehen keine zwei Minuten auf deutschem Boden, als es anfängt, zu regnen. Willkommen in Deutschland! Direkt an der Grenze erledigen wir die letzte Formalität für GeU´s Rückkehr und stellen ihn beim Zoll vor. Für den Zöllner ist das Carnet ein "anachronistisches Dokument", aber er stempelt es brav und fragt anschließend nach, ob wir wirklich das Fahrzeug dabei haben. Für einen genaueren Blick ist es ihm zu kalt, nass oder dunkel.
Trotz nicht gerade geringem Verkehr kommen wir zügig voran, so weit man mit einem Truck zügig unterwegs sein kann. Zum Glück schafft GeU auch im 7. Gang noch gute 80 Stundenkilometer und das Röhren hält sich in Grenzen. Die letzte Nacht verbringen wir wie die erste auf einem Rastplatz nördlich von München. Noch 550 Kilometer bis Berlin. Auf der Gegenspur stehen wir mehrfach längere Staus. Etliche Lkws sind durch den orkanartigen Wind umgekippt und sperren zum Teil alle Fahrspuren. Aber wir kommen ohne Probleme durch. Als es richtig schneit, überlegen wir erneut, doch noch umzukehren. Aber es gibt die Sonne in Deutschland noch, wenn wir sie auch nur für kurze Zeit sehen. Denn als wir bei Dreilinden nach Berlin hineinfahren, schneit es richtig. Rückkehr im Winter! Statt kaltem Sekt gibt es heißen Tee bei Arthurs Eltern, die unsere Reise hervorragend als "Stallwächter in Berlin" unterstützt haben. Ohne Max und Hildegard wäre vieles für uns von unterwegs mühseliger oder unmöglich gewesen. Vielen Dank!

16.12.2005

Berlin
Deutschland

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