10.09.2017, Deutschand

07.09.2017 bis 10.09.2017, Griechenland, ohne Namen, bis Deutschland, Berlin

Die letzten drei Tage on Tour heißt es Kilometer machen, erst mit dem Schiff, dann mit GeU II auf dem Weg nach Berlin. Von Griechenland bekommen wir wenig mit, sind aber sehr überrascht über das ausgeprägte Campingleben an Bord der griechischen Fähre „Asterion“.

Es ist zwar noch nicht der letzte Grenzübertritt, als wir von Albanien nach Griechenland einreisen, aber vielleicht der spannenste? Es ist die Wiedereinreise in die EU, an sich simpel, aber die Erfahrungen von der Schwarzmeertour … Es geht auch hier ganz schnell, kein Blick ins Auto. Die letzten 25 Kilometer auf dem Balkan bis Igoumenitsa sind schnell gefahren. Eine Unterbrechung gibt es für den Mittagsimbiss am nun griechischen Strand mit einem letzten Bad in der Adria oder im Ionischen Meer. Wir sind uns unsicher, wie das Wasser hier genau heißt.

Die Stadt Igoumenitsa ist ein einziger Fährhafen, überall warten Menschen auf Schiffe. Wir checken für unsere Fähre ein und sollen am nächsten Morgen um 5 Uhr da sein. Geplante Abfahrt ist um 6.30 Uhr. So suchen wir uns erst nur für den Nachmittag einen Platz und schreiben unseren Reisebericht für Albanien. Aber da sich keiner an uns stört, bleiben wir 1,5 Kilometer von der Hafenzufahrt mit Blick auf das Fährterminal stehen.

Der Start so früh am Morgen ist naja. Denn für unsere innere Uhr ist es nicht 4.30 Uhr, als der Wecker klingelt, sondern 3.30 Uhr. In Griechenland gehen die Uhren anders, die Sommerzeit wird nicht mitgemacht. Um Punkt 5 Uhr fahren wir aufs Hafengelände und stehen in der Pole-Position für die größeren Fahrzeuge. Nützt uns nichts. Weit und breit ist kein Schiff zu sehen. Irgendwann suche ich eine entsprechende App, „Vessel Finder“. Die „Astorion“ ist noch über eine Stunde entfernt. Beim nächsten Mal checken wir das direkt, wenn der Wecker klingelt.

Als wir schließlich an Bord sind (Ich durfte doch in GeU mitfahren. Erst hieß es, dass alle bis auf die Fahrer so an Bord gehen müssen – über die gleiche Laderampe!), gehen uns Augen und Ohren auf über das ausgeprägte Campingleben an Bord. Wir fühlen uns wie green horns. Denn die Menschen haben Zelte, Isomatten, Luftbetten, Liegen, Schlafsäcke, Wasser- und Gaskocher dabei. Zur Ausstattung gehören auch Kühltaschen und Picknickkörbe. Anstatt letzteres haben wir immerhin einen Beutel mit Dosen dabei, so dass wir aufs Nächste auch versorgt sind und erst ab dem nachmittäglichen Kaffeetrinken ins Bordrestaurant müssen. Wir sind mit unseren Bettdecken und jeweils einem Polsterteil „alles andere als professionell“ ausgestattet. Aber auch so haben wir eine bequeme Überfahrt. Wir verbringen die 26 Stunden weitgehend auf unseren Polstern, erst lesend und auf See schauend, dann wunderbar schlafend für neun Stunden. Und das alle ohne Regen. Danach sah es nicht immer aus und wir hatten für die Nacht mit einem spontanen Aufbruch – zusammen mit allen anderen um uns liegenden Personen – unter Deck gerechnet. Ist aber gut gegangen. Von Venedig nehmen wir nur sehr wenig wahr. Das sind vor allem die sechs riesigen Kreuzfahrschiffe, die im Hafen liegen. Der Vessel finder ist auch hier behilflich. Die Schiffe sind zwischen 230 bis 298 Meter lang. Also schnell 10 bis 15.000 Menschen zusätzlich in Venedig!

Mit drei Stunden Verspätung und 45 Minuten nach dem Anlegen rollen wir von Bord. Ins Navi wird noch nicht Berlin eingegeben, nur Bayreuth. Aber auch das ist sportlich, zu sportlich, um es noch zu schaffen. Wir verschieben unseren Besuch bei Familie Berblinger von Samstag Abend auf Sonntag Mittag und rollen einfach munter vor uns hin.

GeU ist inzwischen munter. Er fährt inzwischen knapp über 100 Stundenkilometer, ist quasi freigeblasen. Für uns ist es trotzdem anstrengend. Leise ist anders. Aber wir kommen über die Dolomiten (hier wollen wir beim nächsten Mal mit mehr Zeit durchfahren) gut über den Brenner und durch Österreich nach Deutschland. Wo verbringen wir die letzte Nacht? Dort, wo wir die zweite Nacht auf der Tour verbracht haben, in Eching bei München. Wir holen uns sogar Arthurs Rechner, um wirklich die richtige Ausfahrt zu nehmen. Auch hier stört sich keiner an uns bzw. es hat uns vermutlich kaum einer gesehen. Das Wetter am Sonntag ist bescheiden. Es ist kalt und regnerisch.

Auch am Sonntag rollt GeU munter vor sich hin. Bei einer bestimmten Umdrehung klappert was im Motor. Wir erklären unserem Auto nur, dass der ADAC es schon richtet. Die Drohung reicht. Eine längere Pause gibt es bei Familie Berblinger zum Mittagessen in Bayreuth. Vor allem der kleine Arthur und sein kleiner Bruder Karl sind völlig begeistert vom Wohnmobil.

Wir holen noch unseren Skoda aus der Halle in Mittenwalde ab. Es ist für mich ungewohnt, wieder so niedrig zu sitzen. Kurz nach 20 Uhr stehen wir vor unserem Haus. Die Zeit reicht gerade noch, die letzten Lebensmittel und zwei Bier aus GeU einzupacken, dann ist Krimi-Zeit am Sonntagabend. Das normale Leben in Berlin hat uns wieder.

Auch acht Wochen Urlaub sind viel zu schnell vorbei. Am Ende waren wir „gut in GeU angekommen“ und haben das Wohnmobil-Reisen wieder sehr genossen. Der Balkan hat uns sehr gut gefallen. Es wird hier wieder hingehen, schon im nächsten Jahr. Nun gilt es, einige Kinderkrankheiten auszukurieren und hier und da Optimierungen am Wohnmobil vorzunehmen, u.a. an der Leistungssteigerung! Aber auch im Winter brauchen der Chefingenieur und seine Hilfsgesellin was zu tun. Dabei kann man dann wieder träumen – vom Sitzen bei Sonnenschein vor dem Wohnmobil …