02.08.2017, Bosnien-Herzegowina I

01.08.2017 bis 02.08.2017, Bosnien und Herzegowina, Izacic bis Novi Grad

Die erste Stipvisite in Bosnien und Herzegowina ist wirklich kurz. Wir tanken günstiger, aber das ist nicht der Grund. Die Fahrt durch das Land ist eine Abkürzung, um nach Zentralkroatien zu kommen und gibt uns erste Eindrücke von diesem Land.


In Bihac kümmern wir uns um unsere Versorgung. Wir tanken für 99 Cent je Liter, bunkern Wasser und prüfen den zwei Tage zuvor mit Flüssigdichtmasse reparierten Ersatzreifen (hält scheinbar den Druck!). Zu viele Supermärkte gibt es scheinbar nicht und den, den wir finden, ist bis auf Obst und Gemüse so weit gut sortiert. Frisches wird im eigenen Garten angebaut oder auf Märkten gekauft.
Schon im Supermarkt fällt die Vielfalt der Religionen auf. Als ich eine nahezu vollständig verschleierte Frau sehe, die mich in meiner kurzen Hose irritiert anschaut, bin ich kurz verunsichert. Aber es gibt auch andere Frauen in sommerlich geringer Bekleidung. Auch im Straßenbild fallen die Moscheen auf. In Bosnien und Herzegowina gibt es Moslems, Katholiken und Orthodoxe.
Wir fahren durch das Tal der Una. Die Straße ist als landschaftlich schön in der Karte markiert und ist es auch. Natürlich träumen wir vom Standplatz an der Una. Das wird nichts. Aber durch die Enge des Tals gibt es nicht zu viele Möglichkeiten, zumal die eine Seite (die nicht zum Fluss) gänzlich als Option ausfällt. Dort finden wir ein Warnschild vor Minen aus dem Jugoslawien-Krieg von vor 25 Jahren. Bosnien und Kroatien haben immer noch nicht alle Landminen beseitigt. Auch sieht man immer wieder Häuser mit Einschusslöchern, was uns auch schon im Gacka-Tal aufgefallen war.
So nehmen wir einen Übernachtungsplatz, der auf den zweiten Blick wirklich seine Reize hat, wenn man nämlich etwas höher auf die Berge des Una-Tals schaut. Sonst liegt recht viel Müll herum und wir stehen „auf den Schienen“ am zerstörten und verlassenen Bahnhof. Es ist leicht irritierend, wenn man aus dem Fenster schaut. Aber wir haben uns vergewissert, dass hier die Oberleitungen gekappt sind. Geht auch gut! Ein Pluspunkt ist die ausgesprochen gute Versorgung mit Brombeeren.
Und nach 60 Kilometern verlassen wir Bosnien und Herzegowina auch schon wieder. In Novi Grad ist der Grenzübergang mitten in der Stadt. Ich schaue noch kurz auf dem nahen Markt, ob wir Salat bekommen. Aber frischen Salat gibt es hier nicht. Sonst verkaufen viele Menschen das, was in ihrem Garten wächst: Tomaten, Gurke, Melonen, Zucchinis usw.