21.07.2017, Wurzenpass

19.07.2017 bis 21.07.2017 – Österreich – Bad Reichenhall bis Wurzenpass

An sich wollten wir relativ zügig nach Slowenien fahren, um dort im Nationalpark im Nordwesten des Landes die ersten Tage zu genießen und „runter zu kommen“. Doch warum nicht schon in Österreich mit dem „Touri-Programm“ anfangen? Arthur erinnert sich an die größte Eishöhle der Welt, wo er vor 29 Jahren im Rahmen seiner Alpen-Radtour war. Sie liegt unweit südlich von Salzburg in Werfen.



Und dieser Programmpunkt gibt uns die Möglichkeit zu erfahren, wie sich GeU II auf steilen Bergstraßen verhält. Gut. Auch die selbst konstruierte Motorbremse tut beim Herunterfahren das, was sich der Chefingenieur erhofft hat.
Der Eingang der Eisriesenwelten liegt auf gut 1.600 Meter Höhe. Vom Parkplatz auf gut 1.000 Meter läuft man zunächst 20 Minuten bis zur Seilbahn, die uns in drei Minuten 600 Meter Höhe gewinnen lässt, dann folgt ein weiterer zehnminütiger Spaziergang mit tollem Blick auf Berge und ins Tal. Hier beginnen die Führungen und hier wird es kalt. Als die Tür zur Höhle geöffnet wird, kommt ein Schwall Kälte heraus. Die englischen Schülerinnen, die in der Gruppe vor uns reingehen, quietschen aufgrund ihrer kurzen Hosen heftig. Wir sind gerüstet mit Fleece- und Treckingjacken. Eine Stunde sind wir in der Kälte und bestaunen tolle Eiskreaturen, gehen noch mal 700 Stufen hinauf, was bei mir am Tag danach für kräftigen Muskelkater sorgt.
Wir hatten zwar für die Österreich-Durchquerung eine Go-Box erworben, um die Maut auf den österreichischen Autobahnen zahlen zu können, entscheiden uns aber für Landstraßen und genießen bei gutem Wetter die österreichische Landschaft. Wir fahren über die Tauernpasshöhe und wollen eigentlich relativ hoch die Nacht verbringen. Doch der touristisch gut erschlossene Ort passt nicht zu unseren Plänen. Am Ende stehen wir weiter unten auf der Landstraße auf einem kleinen Rastplatz, nicht super romantisch, aber ruhig und mit Unmengen von Walderdbeeren im nahen Wald. Ich pflücke am Morgen zwei Schälchen voll.
Über die Turracher Höhe geht es weiter. Dort sieht Arthur einen Weg, nicht asphaltiert und steil den Berg hinauf. Bestes GeU II-Testgebiet. Ich verlasse mit der Aussage „einer muss ja Fotos machen“ eiligst meinen Sitzplatz. GeU schlägt sich wacker bei der Aktion (siehe Beitrag unten).
Leider löst sich die Motorbremse nach der Aktion nicht mehr. So stehen wir am See und basteln eine Weile. Ein neues Wohnmobil muss man schließlich kennenlernen und pflegen.
Auf der Ebene Reichenau finden wir dann einen traumhaften wilden Campingplatz, direkt am Fluss, versteckt hinter Bäumen am Bergrand. Und wilde Himbeeren gibt es auch noch. Ein Jogger und eine Reiterin grüßen freundlich. Hier zelebrieren wir endlich die Taufe von GeU II. An sich sollte die Taufe nach der Beklebung noch in Schweinfurt stattfinden, aber da sich die letzten Bastelarbeiten zogen, blieb für Sekt und Fotoshooting keine Zeit. Für alle Beteiligten gibt es Sekt.
Am nächsten Morgen geht es dann nach einer kurzen Reparatur eines der Schubladenriegel in einem Sägewerk gemütlich über kleine Landstraßen zur Grenze nach Slowenien.