Reisetagebuch

15.08. bis 19.08.2010, Ukraine, Lemberg (Lviv) bis Deutschland, Berlin

Nun nehmen wir endgültig Kurs auf Berlin, kommen gut in die EU hinein, wenn auch aufwendiger als erwartet, und besuchen noch das Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Zwei Tage vor der geplanten Rückkehr sind wir dann nach 10.300 Kilometer am 100. Reisetag wieder in Berlin.

Wir sind froh, als wir an der Grenze zwischen der Ukraine und Polen stehen, denn nun hoffen wir auf bessere Straßen. Es hat uns schon ganz gut durchgeschüttelt. Die Hoffnung wird erfüllt. Ab der polnischen Grenze sind die Straßen durchweg in einem guten Zustand. Da freut sich das Ungetüm und quietscht zwischenzeitlich gar nicht mehr. Währt aber nicht lange! Ganz ohne Gequietsche geht es bei GeU eben doch nicht.
Die Ausreise aus der Ukraine ist unproblematisch. Es wird noch einmal in diverse Fächer geschaut. An Dieselkanistern und den vollen Tanks stört sich keiner. Aber wir hatten diesmal auch nur einige gefüllt und diese gut im Ersatzreifen auf dem Dach verpackt. Die Einreise nach Polen ist langwieriger als gedacht, da uns die Ukrainer der Lkw-Abfertigung zugewiesen hatten. Das machte den Polen leichte Probleme. Zum einen mussten wir standardmäßig gewogen werden. Damit waren wir als gewerblicher Lkw im Computer und dass musste erst mühselig korrigiert werden. Aber einer der Zöllner spricht etwas Deutsch und hatte uns als Wohnmobil erkannt. Interessant war, dass beim Wiegen ein Gewicht von über 11 Tonnen festgestellt wurde. Seitdem überlegt Arthur, ob GeU wirklich so schwer ist oder ob zweimal die Hinterachse gewogen wurde. Da wir schon immer mal wissen wollten, was GeU wirklich wiegt, werden wir das in nächster Zeit mal überprüfen.
In Polen ist die Suche nach einem Übernachtungsplatz deutlich schwieriger, da das Land links und rechts der Hauptstraße gut besiedelt ist. Die erste Nacht verbringen wir schließlich auf einer Wiese und hatten uns diesen Platz bei schönstem Sonnenschein ausgesucht. Doch dann kommt am Abend Regen auf. (Damit ist übrigens auch ein Wetterwechsel verbunden. Danach wirkt es schon recht herbstlich und die Luft erwärmt sich gerade mal auf etwas über 20 Grad.) Es regnet am Ende ziemlich viel in der Nacht und am nächsten Morgen stehen wir mehr in einem See, denn auf einer Wiese. Wie kommen wir da nur wieder weg? Da uns etwas bange ist, verschieben wir das Frühstück auf nach der Abfahrt vom Übernachtungsplatz. Es ging dann doch unproblematischer als gedacht. Leider haben wir aber eine kräftige Spur auf der Wiese hinterlassen, die sich aber hoffentlich schnell wieder verwächst.
Für Polen haben wir uns nichts weiter vorgenommen. Aber da das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gerade zu auf unserem Weg liegt, schieben wir die Besichtigung ein. Die Nacht zuvor verbringen wir bereits auf dem Parkplatz des Museums– neben vielen anderen Wohnmobilien, vor allem aus Italien und Frankreich. Früh starten wir mit der Besichtigung und verbringen am Ende 8 Stunden im Museum. Das Ges(ch)ehene beschäftigt uns sehr.
Und dann sind es nur noch knappe 500 Kilometer bis Berlin. Nun wollen wir nach Hause und unser GeU scheinbar auch. Er rollt ganz brav ohne jegliches Gezicke auf der Autobahn daher und gewinnt zwischenzeitlich verloren gegangenes Vertrauen in ihn zurück. Zwei Tage vor der geplanten Rückkehr sind wir wieder in Berlin – am 100. Reisetag, nach 10311 Kilometern und 11 bereisten Ländern.

19.08.2010

Berlin
Deutschland

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