Reisetagebuch

11.08. bis 12.08.2010, Ukraine, Odessa

Odessa ist bekannt durch seine Oper und die Potemkin-Treppe am Hafen. Beides steht im Mittelpunkt unseres kurzen Aufenthaltes. Ansonsten versuchen wir noch einen neuen Ersatzreifen aufzutreiben, da unsere Reifen „Made in Ukraine“ sind.

Auch in Odessa ist es sonnig und heiß. Der Bummel durch den zugängigen Teil des Hafens ist „harte Arbeit“. Zum Glück gibt es überall Kaltgetränke. Schnell verziehen wir uns daher ins Cafe, um die Ankunft in Odessa und damit die Umrundung des Schwarzen Meeres zu verkünden. Anschließend strollen wir ein wenig durch die Altstadt und kommen auch am Opernhaus vorbei, das wegen seiner Architektur und seiner Musik bekannt ist. Kurzerhand fragen wir nach Karten für eine Abendvorstellung. Es gibt noch welche und wir bekommen kurzerhand die teuersten Karten verkauft! In einer Loge im ersten Rang für 15 Euro pro Person! Nun haben wir noch eine Stunde Zeit, um uns Opern-fein zu machen. Nicht ganz einfach angesichts unserer Travellerklamotten, die zudem nach drei Monaten on Tour ein wenig mitgenommen sind. Arthur hat dank seiner Sachverständigenprüfung eine gute Jeans dabei und auch mein Trekkingrock hat noch nicht wirklich gelitten. Viele sind zwar „aufgemotzter“, aber wir fallen auch nicht negativ auf. Auch hier ist man an diesem Punkt relaxed.
Wir erleben eine klassische italienische Oper mit ukrainischen Untertiteln, aber wir können vernehmen, dass es um viel Herz und Schmerz geht. Angenehme und lohnenswerte Unterhaltung in einem schönen, gekühlten Opernhaus.
Anschließend geben wir uns mit unserem Krimsekt die Kante. Zunächst sind wir damit beschäftigt, auf der Potemkin-Treppe die richtige Position zu finden und Flasche, Gläser und uns richtig zu positionieren. Bis wir das erreicht haben und alles fotografiert ist, ist der Sekt schon wieder deutlich wärmer geworden. Macht nichts, trinken wir trotzdem, wirkt nur etwas schneller bei den eh noch sehr warmen Temperaturen von 33 Grad um 22 Uhr. Dazu gibt es Käse und Brot. Mit diesem Programm sind wir die einzigen auf der Treppe, die sonst aber gut belebt ist.
Aber wer muss hier schon auf eine Schwarzmeerumrundung anstoßen. Auch wir hatten zwischendrin nicht immer dran geglaubt, dass wir es schaffen würden. Dazu hatte GeU uns zu viele Sorgen gemacht. Wie schrieb jemand so aufmuntern in unserer Gästebuch: „Das Tal der Tränen war tief“. Ja, das Tal war tief und die Tränen zeitweilig groß. Aber zum Glück hatten wir – sechs Wochen nach der Abfahrt in Berlin – endlich die Ursache für GeU´s Probleme gefunden und konnten die Reise wie geplant fortsetzen. 78 Tage sind wir dem Küstenverlauf des Meeres gefolgt und haben dabei ca. 5700 Kilometer zurückgelegt.
Die Nacht verbringen wir nach dem Sekt in Odessa am Hafen. Es ist laut und heiß und damit wenig erholsam. Kälter als 33 Grad wird es nicht im Wohnmobil. Trotzdem hat uns die Aktion auf der Treppe Spaß gemacht.
Am nächsten Morgen setzen wir die Aktion fort, mit der wir am Vortag angefangen hatten: die Suche nach einem Ersatzreifen. Bei unserem ersten Besuch in der Ukraine war uns ein Reifen geplatzt. Da unsere Reifen aus der Ukraine kommen, sind wir zuversichtlich, hier einen Ersatz auftreiben zu können. Am Vortag hatten wir auf ein Einfallstraße einen Reifenhändler gefunden, der gut genug Englisch sprach und sich sehr um uns bemühte. Leider konnte er keinen passenden Reifen auftreiben. Interessant war übrigens seine Aussage, dass er selbst weder ukrainische noch russische Reifen verkauft! Aber er gab uns noch einen Tipp, wo etliche Reifenhändler auf einem Haufen zu finden sind. Außerdem soll dort noch ein Händler sein, der unsere Reifen vertreibt – so Arthurs Internetrecherche. Wir finden zwar das Gewerbegebiet, aber nicht den Händler. Zwei andere bemühen sich ebenfalls noch, angeblich könnte einer in der nächsten Woche einen unserer Reifen auftreiben, aber so lange wollen wir nicht warten. So machen wir uns gegen Mittag auf den Weg nach Hause.

12.08.2010

Odessa
Ukraine

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