Reisetagebuch

10.07. bis 13.07.2010, Türkei, Trabzon bis Russland, Sochi

Wir fahren mal wieder Schiff mit GeU und haben so richtig Glück mit der Fähre, denn wir dürfen auf dem Oberdeck parken und können die Seefahrt somit in der Kabine „GeU“ genießen. Und nach den schwül-warmen Tagen in Trabzon ist vor allem die frische Seeluft angenehm. Kühler als 28 Grad wird es aber nicht: weder drinnen, noch draußen, noch in der Nacht und am Tage natürlich erst recht nicht.

Nach unseren Afrika-Erfahrungen wussten wir nicht so recht, was uns bezüglich der Fährpassage erwartet. Aber man kann ja auch mal positiv überrascht werden. Als wir am Montag Nachmittag um kurz nach 15 Uhr am Hafen erscheinen (Die Tage zuvor hatten wir ganz faul und weitgehend erlebnisfrei rund um das Wohnmobil verbracht, das wie schon vor drei Wochen am Einkaufszentrum „Forum Trabzon“ stand. Berichtenswert ist nur das Frauen-Beach-Volleyball-Turnier, dass vor allem männliche Zuschauer anlockt. Frauen schauen kaum zu, wie sich die Spielerinnen aus aller Welt knapp bekleidet die Bälle zu werfen.), werden wir schon erwartet und in den Hafen begleitet. Die Formalitäten halten sich in Grenzen: Schnell ist GeU aus Arthurs Pass ausgetragen. Nur für uns fühlt sich noch keiner zuständig. Wir kümmern uns erst einmal noch um Wasser für unsere Tanks, dürften dann schon an Bord fahren und holen uns dann noch schnell den Ausreise-Stempel. Wie es bei Häfen so ist, gibt es eine Menge zu schauen. Unser Schiff wird mit etlichen Lkws bzw. Lkw-Anhängern beladen – auf den Zentimeter genau. Alle sind Kühlwagen und bringen vermutlich Obst und Gemüse von der Türkei nach Russland.
Am Ende beginnt gegen 20 Uhr unsere rund 16-stündige Seefahrt, die wir in und um GeU genießen. Am nächsten Mittag haben wir die Küste Russlands erreicht, nur ist der Hafenplatz noch belegt. So warten wir zwei Stunden vor Anker liegend, bis die „Lider Avrasya“ in den Hafen darf. Nun beginnt eine aufwendige Einreise-Prozedur. Zunächst kommen acht Russen in Uniform plus Drogenhund an Bord. Was die genau machen, erfahren wir nicht. Um uns und die anderen Passagiere kümmern sie sich nicht. Als sie das Schiff verlassen, dürfen wir es auch tun und reisen nach Russland ein. Das ist schnell und unkompliziert erledigt. Dann hören wir, dass es ein „technisches Problem“ mit dem Auto gibt und wir drei Tage irgendwo mit dem Schiff warten müssten. Wo genau das Problem liegt, erfahren wir nicht. Es kommt zum Glück schnell Entwarnung. Vermutlich hatte es sich doch herumgesprochen, dass wir ein privates Wohnmobil sind und auch an dieser Anlegestation mit GeU herunterfahren können – im Gegensatz zu den großen Lkws. Bei der Einreiseprozedur ist uns übrigens ein Russe behilflich, der passables Englisch spricht und die russischen Formulare für das Auto ausfüllt. Vermutlich wird er von der Agentur bzw. der Reederei bezahlt, uns zu helfen. Wir zahlen jedenfalls nichts.
Als Arthur dann GeU holt, gibt es fast Begeisterungsrufe bei den Mitarbeitern der Grenzstelle. „IFA – very good“. GeU kann mal wieder seinen Charme spielen lassen. Die Fahrzeugkontrollen sind kurz und knapp und werden mehr aus Neugierde gemacht. Nur die Reifen werden noch desinfiziert. Am Ende sind wir, 25 Stunden nachdem wir den Hafen von Trabzon erreicht haben, in Russland.
Nun beginnt das Abendteuer mit der kyrillischen Schrift. Wir wollen einige Tage in Sochi verbringen und werden berichten.

13.07.2010

Sochi
Russland

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