Reisetagebuch

07.07. bis 10.07.2010, Türkei, Sarp bis Trabzon bzw.Soganli Gebirge

So sind wir schneller als gedacht wieder in der Türkei. Da unser Russland-Visum erst ab dem 13. Juli gilt, müssen wir noch einige Tage „totschlagen“, bevor wir mit der Fähre von Trabzon aus losfahren können. Wir verziehen uns zum Wandern in die Soganli-Berge rund um Uzungül. Ein lohnendes Erlebnis.

Der Lonely Planet verspricht für Uzungül „Swiss-style forested mountains“. So sieht es in der Tat aus, nur dass es auch eine Moschee gibt und auffallend viele voll verschleicherte Frauen. Uzungül ist ein beliebtes Reiseziel für Menschen aus den Golf-Staaten.
Wir verlassen gen Berge Uzungül und übernachten die erste Nacht auf 1.200 Meter Höhe direkt am Fluss. Als am nächsten Morgen die Sonne herauskommt, legen wir zu Fuß los und wandern mal eben schnell 24 Kilometer mit fast 1.200 Höhenmeter. „Dann sind wir eben am Abend mal etwas müde“, war mein Spruch. Ja, wir waren am Abend etwas müde und merken mehr oder weniger jeden Muskel in unseren Beinen. Aber dafür hatten wir eine tolle Aussicht auf die Soganli-Berge. Schnell hatten wir den Waldbereich verlassen und laufen auf guten Wegen durch ein Gebiet, das unseren Alpen ähnelt. Immer wieder werden wir auf Türkisch, Englisch und Deutsch angesprochen, aber immer für Deutsche gehalten. Die meisten Türken wandern nicht. Wer es tut, muss aus Deutschland sein. Die Türken kommen hier vor allem zum Grillen hin. Ein in Böblingen wohnender Türke lädt uns ein, mit seiner Familie zu grillen. Da unser Mittagsimbiß etwas mager ausfiel, kommt das gut. Eine Stunde später hätten wir das nächste Mal mitessen können, aber sagen wegen gutem „Füllstand“ ab.
Dann verlegen wir uns mit GeU auf eine Höhe von 2.200 Metern am gegenüberliegenden Hang. Am Abend sehen wir mal wieder wegen Wolken nichts. Am Morgen ist es dann sonnig und klar. Unser Ziel hatten wir am Tag zuvor von der anderen Seite des Tals festgelegt: der Funkmast auf einem 2.850 m hohen Berggipfel. Den erreichen wir auch und werden mit einer genialen Rundumsicht auf die Berge belohnt.
Insgesamt sind wir am zweiten Wandertag beide etwas müder! Da helfen auch nicht die „Cheeseburger“ aus der Dose, die wir zum Mittag essen. Diese hatten wir mal von Ute und Andreas für Outdoor-Aktivitäten geschenkt bekommen.
Mit müden Muskeln verlassen wir nach drei Nächten die Soganli-Berge. Nun wollen wir von Trabzon aus die Fähre nach Sochi nehmen.

10.07.2010

Trabzon
Türkei

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