Reisetagebuch

05.07. bis 07.07.2010, Georgien, Sarpi bis Poti und zurück

In Georgien haben wir vor allem ein Ziel: herausfinden, ob es eine Fähre von Batumi oder Poti nach Sochi in Russland gibt. Denn eine Überschreitung der Landgrenze zwischen Russland und Georgien ist aufgrund des Abchasien- und Südossetien-Konfliktes nicht möglich. Aufgrund der Internetrecherchen sind wir nicht zu optimistisch, aber wir wollen es selbst vor Ort erkunden.

Unser erstes Ziel ist daher die Stadt Batumi. Der erste Eindruck ist enttäuschend bis schockierend. Es gibt unendlich viele Wechselstuben und Spielhallen. Menschen betteln uns an. Die als nett beschriebene Altstadt wirkt aufgrund ihrer rudimentären Straßen ohne Gehwege, aber mit riesigen Pfützen alles andere als nett. Ein starker Kontrast zum ärmlichen Eindruck ist die hohe Anzahl von Mercedes.
Wir finden sowohl die im Reiseführer angegebene Reiseagentur wie den Schalter für die Tragflächenboote nach Sochi. Auf letzteres passt GeU nicht, ersteres erklärt, dass es keine Fähre gibt. Auch nicht von Poti. Dem widerspricht die inzwischen eröffnete Touristeninformation: „Von Poti gibt es ganz sicher eine Fähre nach Sochi“.
Um uns von unserem ersten Eindruck zu erholen, gehen wir erst einmal im Restaurant namens „Arhavi“ türkisch essen. Gestärkt laufen wir weiter zur katholischen Kirche, die heute ein orthodoxes Haus ist, und finden einen Teil der Altstadt, der wirklich nett ist. Hier ist man schon mit jeder Menge Farbe und Mörtel vorbeigekommen. Auch die Strandpromenade ist sehr schön gemacht. Hier gibt es Cafe, Restaurants und Sportgeräte, die wir schon in der Türkei vom Auto aus gesehen haben, hier aber nun endlich ausprobieren können. Auf dem Rückweg folgt noch eine Besichtigung des Hafens und der Kauf von georgischen Wein in einem kleinen Weinladen. Wir dürfen den Weißwein gut gekühlt im Laden probieren. Auch wenige Schlucke wirken bei der hohen Temperatur und der hohen Luftfeuchtigkeit gut. Da sich Arthur aber zurückgehalten hat, können wir später noch weiterfahren.
Wir kommen durch Kobuleti, laut Reiseführer einer zehn Kilometer langen Discomeile am Schwarzen Meer mit vielen Hotels und Bars, die Namen wie „Boro Boro“, „Cappuchino“ und „Gold Beach“ tragen. Das ist nicht unsere Welt. Wir finden am Ortsausgang ein nettes Plätzchen direkt am Strand, können aber aus der Ferne auf den riesigen Freizeitpark mit Riesenrad und anderen Fahrgeräten schauen. Dafür scheint in diesem sonst eher ärmlichen Land Geld gewesen zu sein.
Am nächsten Morgen sind wir schnell in Poti, das uns mit seinen breiten, großzügigen Straßen durchaus gefällt. Wir fragen bei einer Reiseagentur, bei der Hafenverwaltung und zwei Schiffsagenturen nach Schiffsverbindungen nach Sochi. Eine regelmäßige Fähre gibt es nicht, dafür hin und wieder ein Ro-Ro-Schiff nach Novorossiysk, leider weder vom Zielort noch vom Termin für uns passend. Also beschließen wir, dass wir unseren Georgien-Aufenthalt schnell wieder beenden. Zwar gibt es im Reiseführer durchaus interessante Ziele im Kleinen wie Großen Kaukasus, aber dann fehlt uns am Ende in Russland und auf der Krim die Zeit. Außerdem ist die Umrundung des Schwarzen Meeres unser Reiseziel und nur begrenzt das Hinterland des Meeres.
Die Georgier haben übrigens eine eigene Schrift. Aber zum Glück stehen die Städtenamen Batumi und Poti immer auch in lateinischer Schrift auf den Straßenschildern. So erreichen wir nach einer weiteren Übernachtung direkt am Strand mit tollem Sonnenuntergang wieder die Grenze zur Türkei. Ansonsten sind die Georgier sehr vorausschauend: Schon Anfang Juli gibt es in Batumi Schilder mit Weihnachtskugeln, die auf Weihachten 2010 hinweisen. An Weihnachten mögen wir bei dem schwül-warmen Wetter noch nicht denken.

07.07.2010

Poti
Türkei

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