Reisetagebuch

19.06. bis 23.06.2010, Türkei, Trabzon

Der Lonely Planet beschreibt Trabzon als einen Ort, den man „liebt oder hasst“. Uns gefällt es auf jeden Fall in der Stadt mit ihrer halben Million Einwohnern. Insgesamt steht GeU hier vier Tage, die uns etwas Einblicke ins türkische Leben bringen.

Unser Standort ist für vier Tage der Parkplatz eines Parks, der direkt am großen Einkaufszentrum „Trabzon Forum“ liegt. Das Einkaufszentrum sieht genauso aus wie auch die Einkaufszentren bei uns auf der grünen Wiese. Es gibt ein Kino, eine Eislaufbahn (!), diverse Cafes (natürlich mit WLAN) und Fastfood-Restaurants und Läden ohne Ende. Dazu gehören auch bekannte Ketten wie Douglas, Swatch und Mark&Spencer. Da ich mich für Klamotten weniger interessiere und sie in und um GeU eh zu schnell leiden würden, sichte ich mit großer Leidenschaft das Angebot im Supermarkt. Das Angebot an unterschiedlichen Schafskäsesorten ist unglaublich. Aber auch kleinere Läden führen diverse Sorten. Auch die Fleischtheke ist gut bestückt und bietet viel, was gerne auf dem Grill gegart wird. Denn wer mal am Wochenende im Berliner Tiergarten unterwegs war, weiß: die Türken grillen vermutlich fast noch lieber als die Deutschen. Ein Ort dafür ist hier der nahe Park neben dem Einkaufszentrum.
Das Obstangebot in der Türkei begeistert uns. Es ist superlecker. Neben Melonen, Pfirsichen und Aprikosen sind die Kirschen zu erwähnen, die ursprünglich aus der Türkei kommen und hier besonders lecker sind. Wir haben schon zahlreiche Kilos vertilgt, aber nicht nur hier, sondern schon seit Rumänien gab es immer wieder Kirschen. Außerdem ist die türkische Schwarzmeerküste für ihre Haselnüsse bekannt. Angeblich stammen fast alle Haselnüsse, die in Deutschland in der Schokolade verarbeitet werden, von hier. Überall sind die Sträucher zu sehen.
In Trabzon genießen wir auch mehrfach die gute und günstige türkische Küche mit Köfte und Kebabs (gebratenes Hackfleisch, Fleischspieße und gegrilltes Fleisch) und sowie den Süßigkeiten Helva (auf jeden Fall aus Sesam und Honig/Sirup bestehend) und Baklava, kleines sehr süßes Blätterteiggebäck mit viel Honig und Nüssen. Und immer wieder gibt es dazu natürlich Tee oder Ayran, ein salziges Yoghurtgetränk. Beides löscht vorzüglich den Durst und muntert auf.
Am Sonntag erkunden wir noch zusammen die Altstadt von Trabzon und stellen fest, dass wir bei der Anreise ganz dicht mit GeU am zentralen Platz vorbeigekommen waren – ohne es bemerkt zu haben. Aber Parkplätze für einen Lkw hätte es hier eh nicht gegeben. Dafür müssen wir jetzt vom Einkaufszentrum gute fünf Kilometer ins Zentrum laufen. Das Zentrum von Trabzon bildet der Platz mit der Atatürk-Statue, die zu Ehren des Türkei-Gründers aufgestellt ist. Hier trifft man sich zum Teetrinken und wir schließen uns dem vor und nach dem Essen an. Auch hier im Zentrum gibt es moderne Geschäfte. Das Treiben auf den Straßen unterscheidet sich kaum dem in Deutschland. Paare laufen genauso selbstverständlich Händchenhaltend durch die Stadt. Viele Frauen kleiden sich wie bei uns, aber viele tragen auch Kopftuch.
Einen Unterschied nehmen wir wahr zwischen dem traditionellen Bazar im Zentrum und dem Einkaufszentrum. Rund um den Bazar sehen wir deutlich mehr Frauen mit Kopftüchern, die sich auch traditioneller kleiden. Diese Kleidung gibt es auf dem Bazar zu kaufen.
Auch in Trabzon auf dem Parkplatz stehen wir, ohne dass wir große Aufmerksamkeit erzeugen. Hin und wieder wird mal das deutsche Kennzeichen registriert. Daher war ich zuversichtlich, die zwei Tage ohne Arthur gut zu überstehen und habe sie auch gut überstanden. Ich habe mich einfach mal treiben lassen. Ich habe viel gelesen, war joggen und habe Yoga gemacht, saß im Cafe im Einkaufszentrum, um im Internet nach Fährverbindung von Georgien nach Russland zu recherchieren, und habe GeU´s Wohnraum vom Staub befreit. Arthur hatte derweil eindeutig das härtere Leben. Nach einer jeweils über achtstündigen An- und Abreise war er 25 Stunden in Deutschland und hat erfolgreich seine Sachverständigenprüfung für den Flugverkehr abgelegt. Der erlösende Anruf kam am Tag nach seiner Rückkehr. Zurückgekommen ist er übrigens mit einem großen Rucksack voller Ersatzteile für GeU. Darin in einem der Ersatzteilpakete auch Schokolade als Glücklichmacher. Dafür Dank an Anne und Andre.
Und zum Abschluss einige Worte zum Wetter. Frieren tun wir nicht mehr. Es ist warm, manchmal auch schon sehr warm, halt subtropisch mit hoher Luftfeuchtigkeit und immer mal wieder einigen Tropfen Regen.

23.06.2010

Trabzon
Türkei

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