Reisetagebuch

01.06. bis 03.06.2010, Rumänien, Dunavatu de Jos bis Constanta

Zwar war im Donau-Delta eine ausgeprägte Paddeltour geplant, aber wir kommen auch mit dem Motorboot einen tollen Eindruck vom Donaudelta und schließen weiteres Touristikprogramm an – dann allerdings mal wieder bei Regen.

Schon die Nacht an diesem kleinen Kanal des Donaudeltas spricht für die Flora und Fauna des Deltas. Die ganze Nacht quaken die Frösche vor sich hin. Was die sich wohl erzählen? Hin und wieder wird das Gequake besonders laut. Warnen sie sich dann gegenseitig vor dem weißen Hai?
Die Bootstour führt uns gute drei Stunden durch das Delta. Wir kommen zum Razim-See und direkt ans Schwarze Meer, auch wenn der zuvor befahrene Kanal dort endet und wir die letzten Meter zu Fuß zurücklegen. Damit sind wir wirklich das erste Mal am Schwarzen Meer. Zuvor hatten wir es immer nur aus der Ferne gesehen.
Vögel ohne Ende leben im Delta. Wir sehen unter anderem Pelikane, Schwäne, Reiher, Störche (weiße wie schwarze), Kormorane und Enten. Ich sichte noch eine Schildkröte und Arthur vermutlich ein Nutria, ein Nagetier. Die befahrenen Wasserwege variieren deutlich in ihrer Breite. Wenn sie wirklich breit sind, düsen wir mit knapp 40 Stundenkilometer durch die Schilflandschaft. Arthur hatte zum Nachverfolgen der Tour sein Navi mit dabei. Aber es gab Bereiche, da hatten wir direkt am Boot und zu beiden Seiten Schilf. Auch wenn wir es von Paddeltouren kannten, war es wieder toll zu erleben. Ein See hatte eine deutliche Begrünung auf der Oberfläche bzw. nur noch eine schmale Rinne war auszumachen. Trotzdem musste während der gesamten Tour immer wieder die Bootsschraube von Pflanzen befreit werden. Insgesamt war die Bootstour im Donaudelta sehr lohnend und macht Lust, hier noch einmal mit mehr Zeit hinzukommen. Eine Aussage, die wir von unserer Afrikatour bereits kennen.
Nach dem Mittag verlassen wir Dunavatu de Jos und rollen über kleine Nebenstraßen nahe der Küste bzw. der Küstenseen gen Süden. Einen Überblick über die schöne Landschaft verschaffen wir uns von der Zitadelle Heraclea, die im 13. Jahrhundert von Händlern aus Genua errichtet worden ist. Leider stehen nur noch die Mauern und ein Turm. Aber statt des schlecht zu findenden Feldweges führt inzwischen eine neue Teerstraße auf den Hügel. Damit hatten wir nicht gerechnet und den erst besten Feldweg genommen. GeU musste halt auch mal gefordert werden. Oben gab es trotz des regnerischen Wetters einen Ticketverkäufer, der mit der üblichen Methode „Kein Wechselgeld“ daher kommt. Aber nach einigen Minuten kommt er doch mit dem ausstehenden Lei an, damit „unser Eindruck nicht verfälscht wird“. Sehr löblich.
Dann begutachten wir noch schnell die Trümmer und Scherben im Museum Histria, die aus der griechischen und römischen Vergangenheit dieser Gegend stammen. Dort in der Nähe verbringen wir abseits der Nebenstraße der Nebenstraße eine ruhige Nacht nah am Wasser. Am nächsten Morgen haben wir das erste Mal auf der gesamten Tour einen komplett wolkenfreien Himmel. Bei Sonnenschein fahren wir nach Constanta hinein, parken direkt im Zentrum und verziehen uns mit den Rechnern ins Cafe.

03.06.2010

Constanta
Rumänien

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