Reisetagebuch

25.05.2010, Ukraine, von Palanca bis Odessa

Bislang haben wir es mit GeU geschafft, in 28 afrikanische Länder und in zahlreiche europäische Länder einzureisen. Und dann sollen wir an der Ukraine scheitern, weil unser Ungetüm schwerer als 6 Tonnen ist und wir das dann benötigte Papier nicht haben? Natürlich geben wir nicht auf.

Doch zunächst zu den Ereignissen des vorherigen Nachmittags. Einreise und Zoll sind schnell geklärt. Doch dann macht der „Service für Internationale Transporte“ Ärger. Fahrzeuge, die schwerer als 6 Tonnen sind, brauchen eine Bestätigung des Heimatlandes. Worüber ist uns unklar. Dazu haben wir vorher nichts gelesen, der ADAC hat dazu keine Hinweise in seinem Faltblatt, der Reiseführer schweigt sich eh zur Fahrzeugeinreise aus. Die Menschen am Grenzübergang sind freundlich und bemüht. Der Leiter spricht so weit Englisch, um Arthur als Dolmetscher mit dieser Dienststelle zu helfen. Unsere Fahrzeugpapiere werden an eine übergeordnete Stelle gefaxt. Nach einer Stunde kommt ein Nein zur Einreise. Unsere Einreisestempel in den Pässen werden überstempelt. Als wir im Grenzübergang gewendet haben, bekommen wir auch die Zulassung zurück. Wir versuchen unser Glück am anderen Ende der ukrainischen Transitstrecke durch Moldau. Aber man war wohl durch die Kollegen vorgewarnt worden und weist uns ebenfalls ab.
Nun ist guter Rat gefragt. Die Botschaft erreichen wir nicht, beim ADAC ist nur eine Notfallhotline besetzt, da in Deutschland Pfingstmontag ist. Wir verbringen die Nacht zwischen den Grenzposten – ohne das sich irgendwer an uns stört. Am nächsten Morgen dann ein Telefonat mit dem ADAC. Gewerbliche Fahrzeuge brauchen eine Bestätigung durch das Bundesamt für Güterverkehr, private nicht. Die Deutsche Botschaft in Kiew weiß gar nichts dazu, würde sich aber eventuell bei einem weiteren Einreiseversuch als Dolmetscher zur Verfügung stellen. Schließlich telefoniert Arthur noch mit dem Bundesamt, das aber privaten Fahrzeuge gar keine Bestätigungen ausstellen darf. Also fahren wir erneut zur Grenze.
Natürlich kann man sich an uns erinnern. Der Leiter der Grenzstelle meint, er könnte uns weiterhin nicht helfen, aber auf Bitten übersetzt er noch einmal (oder jetzt wirklich!?!?), dass wir keine Güter transportieren wollen und die Bestätigung gar nicht erhalten können. Auf jeden Fall will sich der „Service für internationale Transporte“ noch einmal um eine Einreisegenehmigung für uns bemühen. Und nach gut einer Stunde kommt wohl aus dem ukrainischen Transportministerium in Kiew ein Ok. Wir dürfen noch 30 Euro zahlen und bekommen einen grünen Zettel ausgehändigt. Dann erfolgt erneut die Immigration und der Zoll und dann sind wir drin.
Unser Ziel ist Odessa, um ein Foto mit GeU und uns am Schwarzen Meer zu machen. Die Orientierung ist nicht ganz einfach. Der Stadtplan hat wenig markante Punkte, es gibt viele LKW-Verbotsschilder und Einbahnstraßen. Und dazu kommt die kyrillische Schrift! Das kann noch spaßig werden. Aber schließlich finden wir die Potjemkin-Treppe!

26.05.2010

Odessa
Ukraine

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