Reisetagebuch

22.05. – 25.05.2010, Republik Moldau, von Leuseni bis Palanca

Die Freude über den Sonnenschein hält nicht lange. Am Abend schüttet es mal wieder kräftig. Aber sonst erleben wir bis auf eine etwas schwierige Ausreise ruhige und angenehme Tage in diesem kleinen Land.

Wir stehen bereits auf dem Parkplatz des Hincu-Klosters, als es kräftig schüttet. Wir fragen uns so langsam, wo das Wasser herkommt. Eine Nonne ist trotzdem neugierig und will uns nicht wirklich hier haben. Warum wissen wir nicht, erahnen es aber am nächsten Morgen, als sich ab 7 Uhr der Parkplatz füllt und wir eingeparkt werden. Wahre Menschenströme in Sonntagskleidung kommen zum Kloster. Klöster haben in Moldau eine große Bedeutung, denn sie waren bis 1989, als das Land eine sowjetische Teilrepublik war, verboten und wurden zum Teil zerstört. Der Hancu-Kloster ist inmitten der moldauischen Hügeln eine Idylle und baulich im sehr schönen Zustand. Daneben befindet sich eine orthodoxe Kirche im Rohbau. Im Kellergeschoss findet ein Gottesdienst statt, von dem wir zwar nichts verstehen, finden ihn aber aufgrund der Atmosphäre sehr beeindruckend.
Wir fahren weiter in die Hauptstadt Chisinau, der man ihre sozialistische Vergangenheit am Regierungsgebäude und am davor befindlichen Aufmarschplatz ansieht. Im Kontrast dazu gibt es den Triumphbogen mit Glockenturm und die Kathedrale. Auch hier liegt wieder wie in der Kirche am Hincu-Koster Gras auf dem Boden. Leider können wir nicht in Erfahrung bringen, warum. Erst später fällt uns auf, dass Pfingsten ist. Auffallend in Chisinau ist noch die Blumenmeile, eine Straße ausschließlich mit Blumenläden. In keinem anderen Land der Welt wird ein so hoher Anteil des Einkommens für Schnittblumen ausgegeben.
Es folgt ein ruhiger Abend auf einem Feldweg stehend – bei Sonnenschein. Wir gehen zum ersten Mal auf der Tour joggen, essen dann die am Wegesrand gekauften Pilze und genießen moldauisches Bier.
Ansonsten war die Ein- und Ausreise in die Republik Moldau unproblematisch. Bei der Einreise wusste man nicht ganz so genau, wie man uns als Wohnmobil behandeln sollte. Aber nach Zahlung einer geringen Einreisegebühr sind wir drin und können direkt am Grenzübergang an einer modernen Tankstelle Diesel tanken. Die Abrechnung erfolgt über die Kreditkarte.
Die Ausreise ist auch unproblematisch – nur das sie mitten im Land erfolgt. Der letzte Stück vor der Grenze ist ein sogenannter Mafia-Staat: Transnistrien genannt und von keinem Staat anerkannt. Nur ist die Einreise dort mit einer nach unseren afrikanischen Erfahrungen sorgfältigen Durchsuchung des Autos verbunden. Es wirkt zwar wie eine Englisch-Stunde für den Grenzer, da Arthur brav alles auf Englisch nennt, aber man möchte große Messer, Narkosemittel oder Pornos finden. Unsere Messer sind zum Glück nicht lang genug, den Rest haben wir nicht dabei. Daher werden die beiden Pfefferspraydosen einkassiert, die noch von der Afrika-Tour im Auto lagen. Nach etwas Palaver wird auf eine Anzeige verzichtet, die angeblich zur Abweisung durch die Ukraine führen sollte. Nur raten uns dann die Transnistrier selbst wegen zu hoher Gebühren (schon über 50 Euro nur für GeU für gute 40 Kilometer Strecke) von einer Einreise in ihr Land ab. Wir folgen dem Rat und fahren im Bogen zum Grenzübergang Palanca. Raus aus der Republik Moldau kommen wir. Nur sind wir nach drei Stunden wieder da. Jedenfalls fast. Nachdem uns die Ukrainer nicht haben wollen, verbringen wir eine Nacht zwischen den Grenzposten, stehend aber faktisch auf moldauischem Gebiet. Die Stimmung ist wieder einmal nur mäßig. So recht läuft es noch nicht auf dieser Tour. GeU zickt zu viel (am Vortag hatten wir erneut den Dieselfilter getauscht und später die Dieselleitungen ausgeblasen, da er immer mal wieder nicht ordentlich zieht), das Wetter entsprach lange gar nicht unseren Erwartungen und dann kommen wir nicht in ein europäisches Land hinein.

25.05.2010

Palanca
Republik Moldau

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