Reisetagebuch

19.05. – 22.05.2010, Rumänien, von Oradea bis Albita

Es regnet und regnet. Wir sind zunächst unschlüssig, was wir uns in Rumänien anschauen wollen bzw. was bei diesem Wetter, was definitiv nicht unserer Erwartung und den Angaben im Reiseführer entspricht, machen können. Am Ende entscheiden wir, dass wir so lange weiterfahren, bis die Sonne scheint.

Nach einer längeren Internetsession im Cafe, wo unsere beiden Rechner unproblematisch ins offene W-Lan gehen, bummeln wir noch kurz durch die Stadt, wo man die österreichischen Einflüsse deutlich sieht. Dann folgt Indoor-Programm in Baile Felix, einem rumänischen Heilbad mit heißen Quellen. Sauber und kräftig durchwärmt machen wir uns auf den Weg zur Bärenhöhle. Leider verpassen wir den Abzweig und suchen uns unseren Weg über kleine nette Dörfer, wo die Hühner und Gänse mitten auf der Dorfstraße herumlaufen und die alten Frauen strickend vor dem Haus sitzend – als es gerade mal nicht regnet. An der Bärenhöhle gießt es wieder in Strömen. Wir sind die einzigen Gäste und werden durch die Tropfsteinhöhle geführt, an deren Ende ein gut erhaltenes Bärenskelett liegt. Dennoch sind draußen unendliche viele Stände mit dem üblichen „Touri-Tinneff“, vor allem mit Bären, aufgebaut.
Insgesamt wirkt Rumänien sehr unterschiedlich auf uns. Pferdewagen gehören zum Straßenbild, aber der Pferdewagenfahrer hat auch hin und wieder ein Handy am Ort. Die Dörfer wirken mitunter ärmlich, aber es wird auch viel gebaut. Über die Infrastruktur in den touristischen Orten in den Bergen zum Teil mit Skigebieten sind wir überrascht. Es gibt schon viele Hotels, es werden aber auch noch Hotels und Pensionen gebaut. Die Straßen haben unterschiedliche Qualitäten. Als wir Oradea auf einer Nationalstraße verlassen, sind wir über deren Qualität überrascht und hoppeln von Schlagloch zu Schlagloch. Später sind kleine Nebenstraßen dann bestens gemacht. Und wie immer sehen wir viele EU-Symbole, die die Co-Finanzierung für alles mögliche anzeigen.
Da wir jetzt schon wieder feststellen müssen, dass unsere Zeit für eine ordentliche Erkundung Rumäniens mit vielen Wanderungen nicht reicht, erinnern wir uns an das Thema unserer Reise. Also auf dem Schwarzen Meer. Wir rollen zügig durch Rumänien, GeU meckert ein wenig über sein Pflanzenöl. Wir hatten noch einmal auf einem Supermarkt-Parkplatz getankt und für erstaunte Blicke gesorgt. Wir versprechen dem Ungetüm richtigen Diesel ab Moldau. Wir nehmen noch die touristischen Highlights Lacu Rosu und die Bizac-Schlucht mit. Das eigentlich rötliche Seewasser wirkt durch den strömenden Regen eher braun-grau. Die Schlucht kommt gut und passt kaum senkrecht auf die Fotos. Auch hier gibt es wieder erstaunlich viele Touri-Läden.
Wir wollen am Grenzübergang Ungheni ausreisen und sorgen für erstaunte Blicke der Grenzbeamtin. Es ist ausschließlich ein Grenzübergang für Züge. Daher gab es auch keine Ausschilderung, was uns doch ein wenig verwundert hatte. 70 Kilometer weiter südlich in Alberti verlassen wir nach kurzen Blicken in die Pässe sowie einer Überprüfung unserer Vignette Rumänien und die EU – bei Sonnenschein.

22.05.2010

Albita
Rümänien

[ zurück ]