Reisetagebuch

16.05. – 19.05.2010, Tschechische Republik, Mnichovice, bis Rumänien, Oradea

Nachdem die Probefahrt gut verlaufen ist und Arthur einen „vorsichtigen Optimismus“ bezüglich unserer weiteren Tour gen Südosten verbreitet hat, zögern wir nicht lange. Wir verabschieden uns von Jirka und seinem Spitzwolf Andy und fahren weiter. Es regnet immer noch.

Jirka hatte uns berichtet, dass weiter gen Osten heftige Regenschauer heruntergekommen waren und zu Überschwemmungen geführt haben. Es bleibt daher eindeutig zu kalt. Die Sonne sehen wir selten, immer wieder regnet es. Die Flüsse sind gut mit Wasser gefüllt, viele Wiesen und Felder sind überflutet. Unser Weg führt uns nach der Tschechischen Republik in die Slowakei. Hier gibt es zunächst eine ziemlich lange Diskussion, ob wir unter das Mautsystem fallen oder nicht. Irgendwie hatten wir nicht damit gerechnet, dass man auch in Europa über so etwas diskutieren kann. In Afrika gehörte es ja dazu. Arthur hatte schon die GoBox zum Anbringen an die Frontscheibe erworben, als ich in der Bedienungsanleitung einen Satz finde, wonach nur Fahrzeuge über 3,5 Tonnen betroffen sind, die zum Transport von Waren oder mehr als 9 Personen genutzt werden. Also wird die GoBox zurückgegeben und wir werden ggf. mit der Polizei diskutieren. Zumindest im Land sind wir deshalb nicht behelligt worden.
Weiter geht es nach Ungarn. Auch hier verstehen wir nicht ganz, wie das Mautsystem funktioniert und wo man ggf. zahlen kann. Aber wir können unser Navigationsgerät so einstellen, dass wir mautpflichtige Straßen (weitgehend) umgehen. Hier treffen wir auf die Spuren des vielen Regens. Eine Straße ist komplett überflutet. Beim Durchfahren erzeugt GeU mal wieder eine richtige Welle. Ansonsten stellt das Wasser für uns keine Probleme da, für manchen PKW sieht das anders aus.
Beim ersten Tesco-Supermarkt halten wir an und sichten das sehr gute Sortiment. Viel brauchen wir nicht. Ich hatte genug Lebensmittel und insbesondere Milch bei unserem Lidl gegenüber gebunkert. Irgendwie war ich wohl der Meinung, dass es in Osteuropa nichts gibt. Dafür kaufen wir neue Eimer (für weitere Ablassaktionen des Kühlwassers), eine Eieruhr fürs Wohnmobil und „etwas“ Pflanzenöl für GeU. Da das Bratfett billiger als der Diesel an der Tankstelle ist, wird GeU auf dem Tesco-Parkplatz mit 30 Litern Rapsöl betankt. Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir bis in die Ukraine mit dem supergünstigen libyschen Sprit kommen. Leider ein Irrtum. Denn wir mussten feststellen, dass unsere oberen Zusatztanks weitgehend leer waren. Nach etwas längerer Überlegung gibt es dafür nur eine Erklärung: uns ist auf der Rückreise von Libyen der Diesel auf der Mittelmeerfähre von Tunis nach Genua geklaut worden. Wir können uns noch erinnern, wie Arthur kurz hinter Genua feststellte, dass die Tankgeber plötzlich einen vollen Tank anzeigten. Aber das war bereits ein Irrtum, denn sie zeigen wegen umgekehrter Montage nichts an, wenn etwas im Tank ist. 15 Monate später bleibt nur: nicht ärgern, das Auto auch am Ablasshahn mit einem Schloss nachrüsten und nachtanken zu höheren Preisen.
Wir verbringen eine Nacht in Ungarn, wo uns übrigens erstaunlich viele L 60 und W 50 begegnen. Es regnet wieder fast die ganze Nacht. Auch der Grenzübertritt nach Rumänien (ohne jegliche Probleme nur mit kurzem Blick in unsere Pässe) bringt an diesem Punkt keine Veränderung. Es bleibt zu nass und zu kalt. So setzen wir uns in Oradea in ein Internetcafe.

19.05.2010

Oradea
Rumänien

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