Reisetagebuch

12.05. – 14.05.2010, Deutschland, Berlin bis Tschechische Republik, Mnichovice

Wir wollen gerade die Autobahn für die Nacht verlassen, als der Temperaturanzeiger bedrohlich nach oben geht. Als wir auf dem Waldweg stehen, zischt und brodelt das Kühlwasser aus dem Ausgleichsbehälter des Kühlsystems. Dazu kräftiger Gummigeruch. Kein toller Start

Und als wir drinnen die Wasserpumpe anschalten, sprudelt es nur so aus dem Thermostatgeber des Warmwasserboilers heraus. Statt gemütlich unser Bier zu trinken, basteln wir erst einmal. Am Abend löten wir den durchgefaulten Geber und dichten ihn mit Silikon neu ab. Und am nächsten Morgen checkt Arthur das Kühlwassersystem, findet aber keine Undichtigkeiten. Wir gießen kräftig Kühlwasser nach und fahren weiter. Nach einer halben Stunde kocht GeU wieder. Nach kurzer Standpause auf der Autobahn finden wir eine Ausfahrt und basteln erneut an unserem Ungetüm. Wir prüfen die Thermostatventile im Kühlwassersystem und blockieren sie sicherheitshalber im geöffneten Zustand. Und dabei ist es uns vor allem zu kalt. Zwar scheint die Sonne hin und wieder, aber der Wind ist frisch. Wir hoffen, dass es nun von Tag zu Tag ein Grad wärmer wird.
Wir erreichen Tschechien, GeU rollt seit einiger Zeit halbwegs problemlos, aber wir beide haben mindestens ein Ohr am Motor und ein Auge am Temperaturanzeiger. Die ersten Überlegungen kommen hoch, ob wir eventuell umkehren müssen, um GeU nachhaltig zu reparieren. Denn irgendetwas hat er. Am nächsten Morgen fahren wir zwar – mittlerweile bei kräftigem Regen – weiter Richtung Südosten, aber nach einer halben Stunde geht das Spiel von vorne los. GeU hat ein Problem mit seiner Temperatur und besteht auf einer Problemlösung. Arthur holt sich sein Reparaturhandbuch heraus und telefoniert mit seiner IFA-Community bestehend aus Andre, Arne und Jörg. Alle sind sich einig: es könnte die Zylinderlaufbuchse sein. Was tun? Zum Glück erinnert sich Arthur an den tschechischen IFA-Fahrer Jirka aus dem IFA-Tours-Forum. Arne hat auch noch die Kontaktdaten und simst sie uns. So rufen wir Jirka an. Er wohnt nur 55 Kilometer von unserem derzeitigen Standort an und bietet sofort an, dass wir bei ihm basteln können, damit wir herausfinden, was unser Ungetüm hat.

14.05.2010

Mnichovice
Tschechische Republik

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